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Bewerbung: Polierter Lebenslauf:Was ist eine Lüge?

Eine Lüge ist eine "Täuschung, die bewusst irreführt und beim Adressaten eine Fehlvorstellung über tatsächliche Umstände hervorruft", sagt Julia Zange, Arbeitsrechtlerin der Anwaltskanzlei Jones Day in Frankfurt. Eine solche Lüge ist ein Anfechtungs- oder Kündigungsgrund und kann zu Schadenersatzforderungen führen, wenn es um Fragen an den Bewerber ging, die für die Bewertung der Eignung zwingend erforderlich und zulässig sind. Dazu gehören etwa Aussagen über Verfügbarkeit, Nebenbeschäftigungen, den beruflichen Werdegang oder schwere Behinderungen.

Das Fälschen von Urkunden oder das "Ausbessern" der Noten in Zeugnissen hat sogar strafrechtliche Relevanz. Wird ein Arbeitsverhältnis aufgrund gefälschter Bewerbungsunterlagen geschlossen und daraufhin ein bestimmtes Gehalt gezahlt, könne ein Betrug vorliegen, erklärt die Anwältin.

Wer etwa unbefugt einen akademischen Titel führt, begeht eine Straftat und muss mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen.

Gefälschte Unterlagen können selbst dann noch eine Anfechtung oder Kündigung des Arbeitsvertrags rechtfertigen, wenn ein Mitarbeiter schon jahrelang in seiner Position tätig war. So erhielt eine Krankenschwester nach 14 Jahren einwandfreier Arbeit die Kündigung, nachdem herausgekommen war, dass sie ausländische Prüfungszeugnisse gefälscht hatte. Zu Recht, wie das Landesarbeitsgericht München feststellte (Az.: 4 Sa 159/07, Urteil vom 28.6.2007)

Doch es gibt Ausnahmen: In bestimmten Fällen darf ein Bewerber lügen, "wenn der Arbeitgeber nach Dingen fragt, die ihn nichts angehen, etwa zur Konfession oder einer bestehenden Schwangerschaft", sagt Zange.

Worthülsen in der Bewerbung

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