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Berufswahl:Welche Ausbildung ist die richtige für mich?

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Auf Job- und Lehrstellenbörsen wie hier in Halle/Saale können sich angehende Auszubildende über Ausbildungsplätze in ihrer Region informieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer erst mit dem Abschlusszeugnis in der Hand anfängt, über seinen späteren Beruf nachzudenken, ist mit Sicherheit zu spät dran. Wie Sie sich darüber rechtzeitig klar werden und wo Sie sich über Ausbildungsberufe informieren können.

Die Berufswahl ist zu wichtig für einen Schnellschuss. Deshalb raten Experten: erst umfangreich orientieren und Informationen sammeln, dann entscheiden und bewerben. Firmenchefs schätzen es, wenn jemand gut erklären kann, warum er genau diesen Beruf ergreifen möchte und dafür der oder die Richtige ist. Möglicher Verdienst und Jobchancen sollten in die Entscheidung einfließen, aber nicht ausschlaggebend sein. Die meisten Menschen bringen da die beste Leistung, wo sie mit Spaß und Freude dabei sind.

Was interessiert mich, worin bin ich gut?

In Deutschland sind mehr als 300 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe registriert, dazu kommen noch die Berufe, zu denen der Unterricht an Berufsfachschulen führt - insgesamt sind das mehr als 400.

Am besten schon im Jahr vor ihrem Abschlussjahr sollten sich Jugendliche Gedanken darüber machen, wo ihre Interessen liegen und womit sie gerne ihre Zeit verbringen. Besondere Vorlieben in der Schule können ein Hinweis auf den späteren Beruf sein: Wem Naturwissenschaften Spaß machen, der wird vielleicht ein guter Elektroinstallateur oder Mechatroniker. Wer sich auf den Kunstunterricht freut, für den könnte die Ausbildung zum Mediengestalter etwas sein. Genauso wichtige Anhaltspunkte liefern Hobbys und Freizeit: Wer schon seit seiner Kindheit gerne gewerkelt und repariert hat, kann ein guter Anlagenmechaniker werden, selbst wenn Mathe nicht zu seinen Lieblingsfächern gehört. Und das Organisationstalent, das den Freundeskreis zusammenhält, könnte sich über die Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit schlau machen.

Welche Alternativen gibt es für mich?

Trotz der großen Auswahl entfällt über ein Drittel der mehr als 500.000 pro Jahr neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf nur zehn Berufe, wie etwa Verkäufer oder Industriekauffrau. In vielen davon ist das Verhältnis von Nachfrage und Ausbildungsplatzangebot eher ungünstig ist. In anderen Berufen wie Restaurantfachmann oder -frau, Spengler, Metzger oder Koch dagegen fehlen Bewerber. Informationen über das gesamte Angebot an Ausbildungsberufen gibt es zum Beispiel online beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Alexander Dietz, Leiter der Ausbildungsberatung der Handwerkskammer für München und Oberbayern, rät daher, sich nicht nur auf einen Beruf festzulegen, sondern nach Alternativen Ausschau zu halten. Dabei können sich berufliche Möglichkeiten ergeben, die dem vermeintlichen Traumberuf nahekommen und genauso gut zu den eigenen Interessen und Begabungen passen. Der Autointeressierte kann statt Kfz-Mechatroniker beispielsweise auch Reifenmechaniker oder Lackierer werden und statt Einzelhandelskauffrau bietet sich vielleicht eine Ausbildung zur Automobilkauffrau an.

Schulabgänger sollten außerdem bedenken, dass viele Berufszweige sogar Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zu finden. "Oft wissen die Jugendlichen gar nicht, was es für Berufs-Alternativen gibt. Für Berufe wie Sattler oder Hörgeräteakustiker interessieren sich nur wenige Bewerber, weil sie kaum bekannt sind", sagt Dietz.

Gelegentlich führt die Recherche die Berufsuchenden sogar in eine völlig neue Richtung. Statt sich in beliebten Lehrberufen wie Bürokauffrau oder medizinische Fachangestellte gegenseitig Konkurrenz zu machen, könnten sich weibliche Schulabgänger über die speziellen Fördermöglichkeiten für Mädchen und Frauen in technischen Berufen informieren. Und auch der bei den Jungs so oft angestrebte Industriemechaniker ist überlaufen: Wer sich hierauf bewirbt, geht bei der Lehrstellenvergabe wegen der Fülle an Bewerbern womöglich leer aus. Eine Ausbildung zum Holzbildbauer, Silberschmied oder Glasmacher beginnen dagegen jährlich nicht einmal zehn junge Leute bundesweit.