Beruf: Spiele-Autor Berechenbare Kundschaft

Der Spiele-Erfinder Klaus Teuber kann von seinem Erfolg leben. Er hat das preisgekrönte Spiel "Die Siedler von Catan" entwickelt.

(Foto: AP)

"Ab 30.000 verkauften Exemplaren gilt ein Spiel als Erfolg", sagt Brunnhofer. Das entspricht einer Einnahme von 18.000 Euro für den Autor. Wirklich viel bringen die "Spiele des Jahres". Die verkaufen sich laut Brunnhofer mindestens 300.000 Mal. "Der normale Verbraucher kauft sich häufig nur ein Spiel pro Jahr, kurz vor Weihnachten - und das ist dann eben das Spiel des Jahres", sagt er. Nicht alle Verlage zahlten sechs Prozent pro Exemplar, ergänzt Beiersdorf, branchenüblich seien eher fünf Prozent, bei Auftragsarbeiten sogar nur zweieinhalb oder drei Prozent - etwa bei einer Buchumsetzung. ,,Deren Erfolg ist dafür relativ sicher", sagt er. Mal werde auch ein Festbetrag gezahlt, unabhängig vom Erfolg.

Die Autoren verbindet ihre Begeisterung fürs Gesellschaftsspiel, durchgeplante Karrieren gibt es ebenso wenig wie eine Ausbildung oder ein festes Berufsbild: Reiner Knizia war vorher Mathematiker, Klaus Teuber Zahntechniker. Wie sie spielt Klaus Paal mit Leidenschaft, alleine, mit Freundin Gisela oder mit Bekannten. Dann kommen die Getränke nicht auf den Tisch, sondern auf die Anrichte - sie könnten sonst umkippen und die mühevoll gebastelten Karten zerstören. Mit einem hübschen Bild auf der Schachtel, mit laminierten Karten und einem schön gestalteten Spielplan erfüllt Paal vieles, was die Spiele-Autoren- Zunft ihren Mitgliedern rät.

Einmal pro Jahr organisieren Mitglieder des Verbandes eine Autorentagung, mit dem Ziel, die Begeisterung in professionelle Bahnen zu lenken. Hinter jedem Spiel sollte ein durchdachtes Konzept stehen, sagt Beiersdorf. Außerdem sei es wichtig, gute Prototypen zu bauen und die Erfindung ansprechend zu präsentieren. Das ist nicht selbstverständlich: Dem Verlagschef Brunnhofer wurden schon Spiele im Pizzakarton angeboten.

Eine Erfolgsgarantie gibt es aber auch dann nicht, wenn das Spiel professionell gestaltet ist. "Galápagos" wurde von Brunnhofers Verlag getestet - und zurückgeschickt. Doch Paal wird weiter träumen. Er hat nun einen anderen Verlag angeschrieben, und er ist sicher, dass er Erfolg haben wird, irgendwann. Paal sagt, "Galápagos" sei sein bisher bestes Spiel - und sein nächstes Projekt stehe auch schon kurz vor der Vollendung.

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