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Beruf: Spiele-Autor:Die Freunde müssen testen

Bei "Galápagos" geht es darum, Inseln zu entdecken und Blumen oder Vögel zu erforschen. Paal hat das Spiel schon mehrmals überarbeitet, er hat neue Spielpläne gezeichnet, neue Karten gebastelt und das Ganze an einen Verlag geschickt. Denn ob "Galápagos" eines Tages im Regal stehen wird, darüber entscheiden Spieleverlage wie "Hans im Glück" in München. Bernd Brunnhofer hat die Firma vor 30 Jahren gegründet - und er hat Erfolg. Mit nur vier Mitarbeitern gewann er bereits sechsmal die Auszeichnung "Spiel des Jahres".

Gesellschaftsspiel 'Monopoly' wird 70

Ist und bleibt ein Klassiker unter den Gesellschaftsspielen: Monopoly.

(Foto: dpa)

Alle Spiele werden von Brunnhofer und seinen Spiele-Freunden getestet. Das dauert manchmal Monate und erfordert Geduld bei Autoren und Verlag. "Im Prinzip hat jeder Autor dieselben Chancen", sagt Brunnhofer. 300 bis 400 Spiele werden pro Jahr eingesandt, 15 bis 20 gelangen in die engere Auswahl, drei oder vier kommen auf den Markt. Ravensburger erhielt früher bis zu 1500 Vorschläge jährlich, hat deren Beurteilung aber inzwischen an die Agentur des Spiele-Zunft-Vorsitzenden Beiersdorf abgegeben. Seine Begutachtung kostet die Autoren 65 Euro. Die Zahl der Einsendungen ist dadurch auf etwa 300 gesunken. Beiersdorf erhält von Ravensburger außerdem eine monatliche Pauschale - und bei Veröffentlichung ein Erfolgshonorar.

Weil Spiele-Verlage auf die Ideen ihrer Autoren angewiesen sind, kümmern sich manche von ihnen auch um Menschen, die vorerst nur im Traum davon leben können, also um Menschen wie Klaus Paal. "Hans im Glück" etwa hat auf seiner Homepage einen Autoren-Leitfaden stehen. Treffen wie die "Internationale Spieleerfinder-Messe" in Haar bei München sind auch für die Verlage Pflichttermine. Wer weiß schon, ob zwischen Tausenden Ideen nicht das neue "Spiel des Jahres" steckt?

Die Spiele-Autoren-Zunft will erreichen, dass die Erfinder bekannter und von den Verlagen gewissermaßen mit ins Schaufenster gestellt werden. "Die kreativen Köpfe hinter den Spielen sollen populärer werden", sagt Beiersdorf. Erst 1988 habe sich die Namensnennung auf den Schachteln durchgesetzt. Bei "Hans im Glück" erhalten die Autoren sechs Prozent des Fabrikabgabepreises, der ungefähr die Hälfte des Ladenpreises ausmacht. Ein Spiel, das 20 Euro kostet, wird also für zehn Euro an den Handel verkauft und bringt seinem Autor 60 Cent. Das ist weniger, als Buchautoren erhalten. "Das Buch hat nur zwei Deckel und dazwischen 500 Seiten in Schwarz- weiß", sagt Brunnhofer, "ein Spiel ist viermal so teuer in der Herstellung."

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