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Ausbildung - Halle (Saale):Kammer: Keine Azubiticket-Beteiligungspflicht für Betriebe

Ausbildung
Eine Straßenbahn in Magdeburg. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Im Ringen um die Einführung eines verbilligten Nahverkehrstickets für Auszubildende haben sich Wirtschaftsvertreter gegen eine Beteiligungspflicht für Unternehmen ausgesprochen. "Was nicht geht, ist eine Zwangsverpflichtung", sagte die Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau, Simone Danek. Die Kammern werden aber dafür werben, dass sich möglichst viele Betriebe beteiligen.

Danek pochte darauf, dass ein Azubiticket nach dem Vorbild eines Semestertickets auch in der Freizeit gelten müsste. So sei das Azubiticket auch in den Nachbarländern Thüringen, Sachsen und Brandenburg angelegt oder angedacht. "Wir haben sonst einen Wettbewerbsnachteil bei der Suche nach Azubis, vor allem in den grenznahen Gebieten", sagte Danek.

Im Zuge der Haushaltsverhandlungen für das laufende und das nächste Jahr will vor allem die mit CDU und Grünen regierende SPD ein Monatsticket von maximal 50 Euro für Azubis durchsetzen, das rund um die Uhr genutzt werden kann.

Zuletzt sorgte eine Äußerung des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) für Hoffnung und Verwirrung. Der Regierungschef sagte auf dem Neujahrsempfang der IHK in Halle, das Azubiticket sei im Koalitionsausschuss ausführlich besprochen worden und werde kommen. Teilnehmer der Gesprächsrunde sagten hingegen, das Thema sei nicht besprochen worden und eine Lösung gebe es noch nicht. Kommende Woche wollen die Fraktionschefs der drei Regierungspartner weiter beraten.

Hauptstreitpunkt ist die Finanzierung. In den Haushalt sind drei Millionen Euro pro Jahr eingestellt, mit denen Azubis die Fahrtkosten zur Berufsschule erstattet werden sollen. CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt sagte zuletzt, wenn diese Summe durch ebenso hohe Beiträge von Unternehmen sowie Azubis aufgestockt werde, könnte mit 9 Millionen Euro ein gutes Angebot entstehen. Die SPD rechnet damit, dass gut 10 Millionen Euro an Landesmitteln pro Jahr nötig sind.

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