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E-Zigaretten:Verdächtiger Stoff in den Lungen kranker Dampfer entdeckt

Viele Nutzer von E-Zigaretten hoffen auf unschädlichen Genuss. Doch es kommt wohl auf die Zusätze an.

(Foto: Tolga Akmen/AFP)
  • Eine Untersuchung an 29 Patienten rückt Vitamin-E-Acetat in den Fokus der Ermittlungen.
  • Der Stoff könnte verwendet worden sein, um Cannabiszusätze zu strecken.
  • Auf welche Weise das Acetat die Lungen schädigen kann, ist derzeit noch nicht bekannt.

Als im Sommer die ersten amerikanischen E-Zigaretten-Konsumenten mit schwerer Atemnot in die Kliniken kamen, hing ein Adjektiv besonders fest an den Beschreibungen: mysteriös. Mittlerweile sind 2050 überwiegend junge und ansonsten gesunde Menschen an dem Lungenleiden erkrankt, 39 gestorben. Die Vaping-Branche ist in Aufruhr und sieht ihre Umsätze wegbrechen. Dampfer sind weit über die Grenzen der USA hinaus verunsichert. Nun aber gibt es erstmals einen starken Hinweis, was die Lungenbeschwerden ausgelöst haben könnte. Wie aus einer Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht, könnten Vitamin-E-Zusätze in den Liquids der elektronischen Geräte eine entscheidende Rolle spielen.

Wissenschaftler hatten in zehn Bundesstaaten Proben aus den Lungen von 29 Patienten entnommen. Sie hatten dazu Flüssigkeit in das Organ gespült, anschließend abgesaugt und analysiert. In ausnahmslos allen 29 Proben fanden sie Vitamin-E-Acetat. "Es ist das erste Mal, dass wir eine potenziell schädliche Chemikalie in biologischen Proben von Patienten mit dieser Krankheit gefunden haben", schreibt die Behörde. Das Vitamin ist in einigen Lebensmitteln, zum Beispiel in Speiseölen, und in Kosmetika enthalten; es wird zudem als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. In all diesen Produkten gilt es als unbedenklich. Inhaliert aber, das legen bisherige Studien nahe, kann es die Lungenfunktion stören. Welcher biologische Mechanismus hinter dem Prozess steckt, ist allerdings noch nicht geklärt.

Wurde die Substanz genutzt, um THC-haltiges Cannabis-Öl zu panschen?

Offen ist auch, wieso das Vitamin überhaupt in den E-Zigaretten war. Prinzipiell könnte es nach Einschätzung der CDC zum Verdicken der Liquids verwendet werden - oder aber zum Strecken von Öl, das den Cannabis-Hauptwirkstoff THC enthält. Die Droge stand von Anfang an im Visier der Behörden. Bislang haben 86 Prozent aller Erkrankten angegeben, in den zurückliegenden drei Monaten THC-haltiges Öl gedampft zu haben. In vielen Fällen hatten sie den Stoff illegal beschafft, über Dealer, über das Internet, von Freunden oder Bekannten. Unklar ist, ob das Vitamin-E-Acetat auch in legalen Cannabis- oder anderen Liquids enthalten ist. Der Markt ist in den USA unübersichtlich und lax reguliert.

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Auch in den nun analysierten Flüssigkeiten aus den Lungen der Erkrankten fanden sich THC-Spuren. In 23 Proben konnten Wissenschaftler den Cannabis-Inhaltsstoff detektieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch die übrigen Kranken THC in ihren Geräten verdampft hatten, denn der Stoff lässt sich in derartigen Proben nicht so einfach nachweisen.

Die CDC betont, dass mit den Funden aus den geschädigten Lungen allein noch kein Beweis für die Ursache erbracht ist. Es gab bei diesen ersten Tests keine Kontrollgruppe. Erst wenn gezeigt würde, dass gesunde Dampfer keine oder wesentlich seltener Vitamin-E-Spuren in ihren Lungen haben, käme man einem Beweis nahe. Zudem haben die Untersuchungen der Liquids bislang nicht in allen Fällen Vitamin E finden können. Die CDC hält es für möglich, dass es noch andere Ursachen für die Lungenentzündungen nach der E-Zigarette gibt. Auf eines immerhin hat sie sich zwischenzeitlich festgelegt. Die Krankheit hat jetzt einen Namen: EVALI, kurz für e-cigarette or vaping product use-associated lung injury.

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