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Symptome der Zöliakie:Auch Milchprodukte werden häufig nicht vertragen

In seltenen Fällen manifestiert sich Zöliakie auf der Haut durch Bläschenbildung mit sehr starkem, brennendem Juckreiz (Dermatitis herpetiformis Duhring, DHD). Die Pusteln und Blasen sind meist über den Körper verteilt an Gesäß, Knien, Unterarmen und an den Ellenbogen. Wenn eine Hautprobe untersucht wird, finden sich Antikörper, sogenannte granuläre IgA-Ablagerungen, die sonst bei keiner anderen Hautkrankheit vorkommen. Die typischen Magen-Darm-Symptome stehen bei diesen Patienten meist nicht im Vordergrund der Beschwerden.

Häufig äußert sich die Erkrankung auch durch eine Unverträglichkeit von Milchprodukten. Die geschädigten Dünndarmzotten können das Enzym Laktase nicht mehr herstellen, das zur Aufspaltung des Milchzuckers nötig ist. Die Laktose gelangt dann unverdaut in den Dickdarm und verursacht Blähungen und Durchfälle. Hat sich der Darm unter glutenfreier Kost erholt, vertragen die meisten Zöliakiepatienten auch Milchprodukte wieder.

Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, bei denen Zöliakie (früher auch Sprue genannt) bereits in der Familie auftritt. Die Wahrscheinlichkeit, die Gluten-Unverträglichkeit von Verwandten ersten Grades zu erben, liegt bei 10 bis 15 Prozent. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt diesen Menschen, einen Zöliakie-Test durchführen zulassen.

"Aus den Folgeuntersuchungen, die durch die Erschließung des humanen Genoms möglich wurden, wissen wir, dass an der Entstehung einer Zöliakie bis zu 100 Gene beteiligt sind", sagt Schumann. "Diese Untersuchungen haben auch offenbart, dass es eine enorme genetische Überlappung mit anderen Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes Typ I, Rheuma, Multiple Sklerose und die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Schilddrüsen-Erkrankung, gibt." Etwa jeder zehnte Diabetiker hat zum Beispiel auch eine Zöliakie.