Kokain – Zehn Sekunden benötigt gerauchtes Crack-Kokain, bis es das Gehirn erreicht

Weißes Pulver, zu Linien zusammengeschoben und durch ein gerolltes Scheinchen in die Nase gezogen: Das ist das Bild, das die meisten Menschen von Kokain haben, und tatsächlich wird das meiste Koks in Deutschland noch auf diese Weise konsumiert, um die legendären Wirkungen zu erzeugen: Hochgefühl, Euphorie, Gefühle der Großartigkeit und Stärke. Eine körperliche Abhängigkeit entsteht durch Kokain nicht, aber die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit ist durch die häufigen Depressionsgefühle - "Crashs" - nach dem Rauschhoch. Wie bei Crystal Meth reicht die Wirkung der geschnupften Droge allerdings in keiner Weise an die der gerauchten heran. Und weil man Kokain selbst nicht rauchen kann, wird es mit Küchennatron zu rauchbarem Crack verbacken. Die gelbliche Substanz gilt heute als die am schnellsten abhängig machende Droge überhaupt, stärker noch als Heroin oder über Tabak konsumiertes Nikotin. In vielen Fällen reicht der einmalige Konsum von Crack aus. Sämtliche Effekte von Kokain werden dabei potenziert, auch die Geschwindigkeit, mit der die extremen Hochgefühle in den Crash übergehen: Der Rausch ist nach wenigen Minuten vorüber, und viele empfinden den Drang, sofort nachzulegen. Langzeitkonsumenten entwickeln nicht selten schwere Psychosen, besonders verbreitet ist die Einbildung, unter der Haut würden sich Insekten bewegen. Ein solcher Dermatozoenwahn kann auch beim normalen Kokainismus auftreten.

Bild: Bryan Saunders 15. November 2015, 14:342015-11-15 14:34:04 © SZ vom 14./15. November 2015/beu