Seltsame Schlafstörungen Stöhnen, schimpfen, Reden schwingen - Sprechen im Schlaf

Oft ist es nur ein unverständliches Gemurmel, das aus den Tiefen des Schlafs dringt. Manchmal ist es auch eine dezidierte, wenngleich meist sinnfreie Aufforderung, selten auch ein kleiner Monolog. Der Sprecher selbst merkt nichts davon. Wenn überhaupt eine Gefahr besteht, dann wohl eher für die Laune des Partners. Wer mag es schon, mitten in der Nacht durch Quasselei aufgeweckt zu werden, ganz zu schweigen von lautem Stöhnen oder aggressiven und vulgären Ausrufen, die leider auch vorkommen können. Gesundheitlich betrachtet ist das Phänomen mit dem Namen Somniloquie harmlos.

Betroffene: Kinder und Männer scheinen etwas häufiger betroffen zu sein als Frauen.

Ursachen/Auslöser: Stress und Fieber begünstigen das nächtliche Sprechen.

Behandlung: In der Regel ist keine Behandlung notwendig. Entspannungsübungen können eventuell für ruhigeren Schlaf sorgen.

Nächtlicher Handlungsdrang - Schlafwandeln

Diese wahre Geschichte ist zugegebenermaßen gruselig: Der Kanadier Ken Parks setzte sich nachts in sein Auto, fuhr kilometerweit zum Haus seiner Schwiegereltern und tötete seine Schwiegermutter. Eine Erklärung für die Tat gab es nicht - außer der, dass Parks Schlafwandler war. Gutachter und Richter kamen zu dem Schluss, dass er vollkommen ohne Bewusstsein und damit ohne Schuld zum Täter wurde. Auch in anderen Fällen haben Gerichte in den USA und Großbritannien Schlafwandler nicht für ihre Taten belangt.

Allerdings mussten sich auch nur ganz, ganz wenige vor ihnen je vor Gericht verantworten. Manche verlassen die Bettkante gar nicht, sondern sitzen nur da und nesteln ein bisschen an Kissen und Decke herum. Andere Schlafwandler steigen zwar aus den Federn, doch die meisten führen mehr oder weniger erfolgreich alltägliche Handlungen aus, sie kramen im Schrank, essen etwas oder laufen einfach nur umher. Nach spätestens 15 Minuten kehrt der Großteil von ihnen wohlbehalten und folgenlos wieder ins Bett zurück.

Allerdings tragen etwa 20 Prozent der nachtaktiven Menschen Verletzungen davon, denn die sprichwörtliche schlafwandlerische Sicherheit gibt es nicht. Betroffene können durchaus vor Wände laufen oder sich beim Versuch, Essen zuzubereiten, verletzen.

Betroffene: Mindestens 15 Prozent aller Kinder wandeln mindestens einmal im Leben im Schlaf umher. Am häufigsten tritt das Phänomen um das zwölfte Lebensjahr auf. Unter Erwachsenen sind nur drei Prozent betroffen.

Ursachen/Auslöser: Somnambulismus tritt in manchen Familien gehäuft auf. Schlafentzug und Stress verstärken das Phänomen. Der Kanadier Parks beispielsweise hatte zwei Nächte lang nicht geschlafen, weil ihn gravierende Geldsorgen plagten. Auch Fieber und einige Medikamente wie Lithium können Schlafwandeln begünstigen.

Behandlung: Bei häufigem Schlafwandeln sollten Sicherheitsmaßnahmen wie das Abschließen von Türen erwogen werden. Auch Entspannungsübungen und verhaltenstherapeutische Interventionen sind einen Versuch wert. In sehr schweren Fällen können Beruhigungsmittel verordnet werden.