Neue Regelungen zur Organspende Organe, Gewebe und Hirntod

Welche Organe können gespendet werden?

Für die Spende kommen zum einen die inneren Organe Herz, Niere, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm in Frage. Sie retten in den meisten Fällen Schwerstkranke vor dem Tod. Daneben können Verstorbenen aber auch - falls nicht anders vermerkt - Gewebe entnommen werden. Sie retten nur in den wenigsten Fällen Menschenleben, sondern verbessern die Lebensqualität von Kranken.

So kann Hornhaut von den Augen fast erblindeten Menschen einen Teil ihrer Sehkraft zurückgeben. Arm- oder Beinknochen können Amputationen bei Unfallopfern oder Krebskranken verhindern. Zum Teil werden Gewebe allerdings auch in der Schönheitschirurgie verwendet, etwa um Lippen voller aussehen zu lassen. Wer solche Verwendungen ausschließen will, muss dies auf dem Organspendeausweis vermerken.

Wer kommt als Spender in Frage?

Nur etwa ein Prozent der 400.000 Menschen, die jedes Jahr im Krankenhaus sterben, erfüllen die Voraussetzung zur Organspende. Bei ihnen ist das Gehirn - beispielsweise durch einen Unfall - unwiderruflich geschädigt; sie können aber weiter beatmet werden, so dass ihre anderen Organe noch mit Blut versorgt werden.

Formale Voraussetzung ist, dass zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod bestätigen. Diese Mediziner dürfen nicht an der Entnahme oder Übertragung der Spenderorgane beteiligt sein. Ob mit dem Hirntod definitiv alle Funktionen erloschen sind, ist allerdings unter Wissenschaftlern umstritten.

Wer entscheidet über die Zuteilung von Spenderorganen?

Die Stiftung Eurotransplant ist für die Zuteilung in sieben europäischen Ländern, darunter Deutschland zuständig. Sie spricht sich mit den nationalen Einrichtungen wie Spendenorganisationen und Kliniken ab. Bei der Entscheidung, wer ein Organ bekommt, spielt es keine Rolle, ob sich der potentielle Empfänger selbst einmal zur Organspende bereiterklärt hat oder nicht. Die Kritierien der Vergabe sind Dringlichkeit und Erfolgsaussichten.

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