Gesundheit:Rauchen bleibt gefährlich

Lesezeit: 1 min

Gesundheit: Teenager mit Shisha am See.

Teenager mit Shisha am See.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Der Konsum von gewöhnlichem Tabak geht zwar zurück, doch mit der steigenden Popularität von Shishas und E-Zigaretten entstehen neue Risiken.

Kommentar von Werner Bartens

Die Erfolge der Tabakprävention könnten bald zunichtegemacht werden. Zwar geht der Anteil der Raucher seit den 1980er-Jahren zurück, obwohl es während der Pandemie wieder einen Anstieg gab. Doch der Rückgang betrifft hauptsächlich klassische Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren, Zigarillos oder Pfeifen - diese Rauchwaren konsumieren in Deutschland etwa 24 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen und damit etwa ein Drittel weniger als noch vor 25 Jahren.

Gegenläufig zu diesem Trend steigt allerdings der Anteil derer, die alternative Tabakprodukte wie Shishas und Tabakerhitzer oder Tabakalternativen wie E-Zigaretten konsumieren. In der Gruppe der jungen Erwachsenen unter 25 Jahren griffen im vergangenen Jahr 12,4 Prozent der Männer und 11,1 Prozent der Frauen zu einem der Alternativprodukte, wie eine Analyse im Deutschen Ärzteblatt zeigt. Forscher warnen vor einem "Wendepunkt in der Prävention", denn das Suchtpotenzial der Produkte lässt vermuten, dass der Konsum im höheren Alter beibehalten wird.

Auch wenn Alternativprodukte als harmloser dargestellt werden, ungefährlich ist der Trend nicht. Shisharauchen gilt als riskanter als der Konsum herkömmlicher Zigaretten, weil dabei die weitgehend gleichen Giftstoffe länger inhaliert werden. E-Zigaretten scheinen etwas unbedenklicher als konventionelle Tabakprodukte zu sein, doch die Debatte wird kontrovers geführt, da nicht geklärt ist, wie das Zusammenspiel der Liquids, Aromen und anderer Zusätze langfristig der Gesundheit schadet.

Shisha-Lounges gibt es in jeder Kleinstadt

Auch wenn die Risiken von Shishas und E-Zigaretten unterschiedlich bewertet werden, vermuten Forscher, dass die gesundheitlichen Schäden durch die Alternativprodukte zunehmen. Für die Prävention bedeutet das viel Arbeit, denn die Alternativen sind sozial akzeptierter als konventionelle Zigaretten. Zudem glauben viele Konsumenten, dass sie weniger gefährlich sind. Und während Zigaretten großflächig verboten sind, werden Shishas und E-Zigaretten weniger streng untersagt. Lounges für diese Art von Inhalationswaren gibt es in jeder Kleinstadt. Es bleibt viel zu tun für den Gesundheitsschutz; die Gefahr durch Tabak und Alternativprodukte ist nicht vom Tisch. Die Tabakindustrie hat zudem in der Vergangenheit gezeigt, wie sie mit Marketing und geschönter Wissenschaft jahrelang von den Gefahren ablenken kann. Bereits 2025 rechnet sie damit, die Hälfte ihres Gewinns mit Alternativprodukten zu erzielen.

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