Psychische Gesundheit:Ketamin hilft gegen Depressionen

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Psychische Gesundheit: Traurige Eltern - trauriges Kind? Die Anlagen für eine Depression finden sich schon in den Genen. Man kann aber viel dafür tun, dass sie nicht ausbricht.

Traurige Eltern - trauriges Kind? Die Anlagen für eine Depression finden sich schon in den Genen. Man kann aber viel dafür tun, dass sie nicht ausbricht.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Eine aktuelle Überblicksarbeit liefert neue Hinweise für die Wirkung von Ketamin bei Depressionen. Doch es gibt auch Zweifel.

Von Kristina Kobl

Die Hoffnungen sind seit einiger Zeit groß, eine neue Übersichtsarbeit scheint sie jetzt zu bestätigen: Der Einsatz des Narkosemittels Ketamin bei psychisch Erkrankten kann Depressionen und suizidale Gedanken reduzieren. Das berichten Forscher und Forscherinnen um Zach Walsh von der University of British Columbia im British Journal of Psychiatry Open. Für diesen Review wurden alle verfügbaren, hochwertigen Studien analysiert. Demnach reduzierten sich die Symptome sowohl bei schweren Depressionen als auch bei bipolaren Depressionen binnen weniger Stunden. Dieser Effekt hält im Mittel drei Tage an, längstens sogar eine Woche. Die Studienautoren betonen: Die Zahl an Belegen für die therapeutische Wirkung von Ketamin wächst. Auch bei Suchterkrankungen soll Ketamin kurzfristig das Verlangen reduzieren und die Entzugserscheinungen lindern. Ketamin wirkt anders als die klassischen Antidepressiva. Es setzt direkt an dem wichtigsten erregenden Botenstoffsystem des Gehirns an, nicht an den Neurotransmitter-Rezeptoren für beispielsweise Serotonin - das könnte seine schnelle Wirkung erklären.

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