bedeckt München 22°
vgwortpixel

Kabinett der Kalamitäten:Was den Druckausgleich fördert

Abhilfe bringt alles, was den Belüftungskanal öffnet: Dies sind - geordnet nach Eskalationsstufe:

  • Schlucken, Kauen, Gähnen: Niemand hat ausreichend untersucht, wie gut diese Methoden wirken, aber die Anatomie sowie etliche Beobachtungen sprechen dafür, dass sie hilfreich sind. Babys, die während der Landung trinken durften, weinten weniger als Säuglinge ohne diese Hilfe. Es kann daher sinnvoll sein, Getränke, Kaugummis oder Bonbons mit ins Flugzeug zu nehmen.
  • Das so genannte Valsalva-Manöver: Das Ganze ist schneller erledigt, als sich der Namen aussprechen lässt. Pressen Sie Mund und Nase zu und atmen Sie kräftig aus. In einer dänischen Studie schaffte knapp jeder Zweite damit den Druckausgleich.
  • Abschwellende Medikamente: Arzneien mit dem Wirkstoff Pseudoephedrin scheinen zu wirken. Er ist beispielsweise in den Präparaten Rhinopront und Aspirin komplex enthalten. Allerdings machen dies Medikamente recht benommen, was für den Urlaubsstart nicht unbedingt günstig ist. Kindern helfen die Präparate offenbar nicht. Auch abschwellende Nasentropfen haben keinen durchschlagenden Effekt bewiesen. Ihre Wirkung beschränkt sich auf Nase und Nebenhöhlen und reicht nicht bis ins Mittelohr.
  • Der Nasenballon: Er ist im Prinzip ein Luftballon, der durch ein Nasenloch aufgeblasen wird. Was aussieht, wie ein Kindergeburtstag, der gerade aus dem Ruder läuft, scheint tatsächlich den Druckausgleich zu erleichtern. Fast 70 Prozent der Passagiere, die mit dem Valsalva-Manöver keinen Erfolg hatten, brachte der Ballon Erleichterung. Wer sich trotzdem keinen Ballon in die Nase stecken möchte, dem bleibt bei milderen Beschwerden noch die bequemste Variante:

Warten. In aller Regel gehen die Beschwerden sehr schnell weg, wenn man wieder unter dem üblichen Druck am Boden steht.