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Historie:Pandemien des 20. Jahrhunderts

An der Spanischen Grippe starben mehr als 20 Millionen Menschen - ein solches Szenario könnte sich wiederholen.

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Die Spanische Grippe wütete zwischen 1918 und 1920. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs starben laut Robert-Koch-Institut zwischen 20 und 50 Millionen Menschen an der Pandemie. Hans Dieter Nothdurft vom Münchner Tropeninstitut: "Heute weiß man: Schon damals ...

Text: Birgit Lutz-Temsch (Das Foto von 1918 zeigt Influenza-Opfer in einem Notfallkrankenhaus in der Nähe von Fort Riley im US-Bundesstaat Kansas. Foto: AP Photo/National Museum of Health)

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... war der Erreger ein Vogelgrippevirus, der durch eine Mutation auf den Menschen übergehen konnte. Das Virus konnte sich so schnell ausbreiten, weil die Menschen durch den häufigen Kontakt ...

(Das Foto zeigt einen an der Spanischen Grippe erkrankten Patienten im US Naval Hospital in New Orleans. Foto: MPI/Getty Images)

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... mit Grippeviren zwar eine gewisse Immunität entwickelt haben - wenn sich ein Virenstamm aber verändert, kann diese Immunität völlig verlorengehen."

(Das Foto von 1918 zeigt eine Menschenmenge vor der Holy Cross Church in Fresno, Kalifornien. Die Menschen beten um Rettung vor dem Grippevirus. Foto: Hulton Archive/Getty Images)

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Deshalb starben bei der Epidemie der Spanischen Grippe hauptsächlich junge Menschen, die im Vergleich zu älteren noch relativ wenig Kontakt zu Grippeviren hatten.

(Das Foto vom 1. März 1919 zeigt zwei Männer, die durch die Straßen von Paris gehen und während der Spanischen-Grippe-Epidemie das Tragen von Atemmasken propagieren. Foto: Topical Press Agency/Getty Images)

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Die Erkrankung an der Spanischen Grippe verlief in vielen Fällen wie bei den saisonalen Grippewellen. Es wurde aber auch berichtet, dass manche Patienten bläuliche Hautverfärbungen zeigten, die um den Mund herum begannen; relativ häufig waren auch Blutungen aus Mund und Nase. Bei manchen Patienten ...

(Das Foto von 1918 zeigt Frauen, die sich während der Spanischen-Grippe-Epidemie in den USA als Krankenschwester melden. Die Grafiken im Hintergrund zeigen die Todesraten. Foto: Hulton Archive/Getty Images)

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... nahm die Krankheit einen sogenannten fulminanten Verlauf: Das Intervall von der Krankenhausaufnahme bis zum Tod betrug zum Teil wenige Stunden bis zwei Tage.

Bei der saisonalen Grippe sterben die Menschen häufig an den Komplikationen der Grippe, und nicht an der Erkrankung durch das Virus selbst.

Im Gegensatz dazu zeigten Obduktionen bei der Spanischen Grippe, dass der Tod nicht durch sekundäre bakterielle Entzündungen verursacht worden war. In der Lunge der Verstorbenen wurde eine blutig gefärbte, schaumige Flüssigkeit gefunden, die auf eine direkt durch das Influenza-Virus hervorgerufene Pneumonie hinwies.

(Das Foto von 1918 zeigt ein Krankenlager in Lawrence, Massachusetts. Einige Patienten liegen zu einer Frischluftkur außerhalb der Zelte. Foto: Hulton Archive/Getty Images)

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Die Asiatische Grippe grassierte zwischen 1957 und 1958. An ihr starben etwa vier Millionen Menschen. Wie auch die Spanische und später die Hongkong-Grippe verlief die Asiatische Grippe in Wellen. Kinder spielen bei der Übertragung der Grippeviren eine entscheidende Rolle in der Dynamik der Epidemien. Die ältere Bevölkerung hingegen ist eher am Ende der Übertragungskette zu sehen.

(Das Foto von September 1957 zeigt eine Schulklasse an der Queen's Park Infants School in London - nur noch neun der 40 Schüler können weiterhin die Schule besuchen, alle anderen sind an der Asiatischen Grippe erkrankt. Foto: Fox Photos/Getty Images)

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Auch die Zahl der Todesfälle in der jüngeren Bevölkerung war bei den Pandemien wesentlich höher als in der älteren: 1918 betrug der Anteil der pandemiebedingten Toten, die unter 65 Jahre alt waren, 99 Prozent, 1957 dann 36% und 1968 schließlich 48% an der Gesamtmortalität. Einzigartig und ...

(Das Foto vom 12. Oktober 1957 zeigt ein Krankenlager in einer Turnhalle im Hafen von Kopenhagen, das eingerichtet wurde, um die große Zahl der Kranken in der dänischen Hauptstadt zu behandeln. Foto: AP)

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... bisher ohne adäquate Erklärung ist bisher allerdings der Mortalitätsgipfel in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen in der Pandemie 1918.

(Das Foto vom 30. September 1957 zeigt eine Schülerin der Highbury Quadrant Junior School in London beim täglichen Gurgeln zur Abwehr der Asiatischen Grippe. Foto: Fred Morley/Fox Photos/Getty Images)

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1968 kam es zur vorerst letzten Pandemie, der Hongkong-Grippe: Diesem Virus erlag etwa eine Million Menschen.

(Das Foto vom 18. Januar 1968 ist eine Straßenaufnahme in China während der Hongkong-Grippe. Foto: Ian Brodie/Express/Getty Images)

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Auch an den normalen Grippeviren stirbt jedes Jahr eine erhebliche Anzahl Menschen: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken jährlich zwischen drei und fünf Millionen Menschen schwer an der Grippe, zwischen 250.000 und 500.000 sterben daran.

Abschätzungen der Auswirkungen einer künftigen Pandemie in Deutschland sind laut deutschem Pandemieplan nur unter Vorbehalt möglich. Hans-Dieter Nothdurft vom Münchner Tropeninstitut schätzt: Ein mutiertes Grippevirus würde etwa 30 Prozent der Menschheit befallen. Knapp die Hälfte davon kann sterben.

Im deutschen Pandemieplan heißt es bei dieser Erkrankungsrate: "... wurde geschätzt, dass in einem Zeitraum von acht Wochen mit etwa 13 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen, etwa 370.000 Krankenhauseinweisungen und 103.000 Influenza-bedingten Todesfällen zu rechnen ist."

(Birgit Lutz-Temsch/jj) Das Foto zeigt einen jungen Mann am Flughafen von Bilbao. In Spanien traten 2009 die ersten Verdachtsfälle der Schweinegrippe in Europa auf. Foto: AP)

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