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Fukushima:UN sehen kein erhöhtes Krebsrisiko nach Reaktorunglück

In the Fukushima Exclusion Zone, Two Years On

Zehntausende Menschen verließen schnell die Zone um das havarierte Kraftwerk. Wie dieses Ehepaar dürfen sie nur für kurze Zeit in ihre Häuser zurückkehren, um Habseligkeiten abzuholen. Die Verluste belasten die Psyche vieler Betroffener.

(Foto: Franck Robichon/dpa)

Nach dem Atomunfall von Fukushima war die Angst vor massiven Gesundheitsfolgen groß. Jetzt geben die UN eine ermutigende Prognose ab: In Japan werden nicht mehr Menschen erkranken als vor der Katastrophe. Betroffene leiden dennoch.

Als direkte Folge des Atomunfalls von Fukushima werden nach UN-Einschätzung weder Menschen sterben noch vermehrt an Krebs erkranken. Die Katastrophe vom März 2011 habe keine unmittelbaren Gesundheitsfolgen für die Bevölkerung, heißt es in einer ersten umfassenden Untersuchung der Vereinten Nationen.

Dies sei vor allem auf die schnelle Evakuierung des Gebiets durch die japanischen Behörden zurückzuführen, sagte der Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees der Vereinten Nationen für die Folgen von Strahlung (UNSCEAR), Wolfgang Weiss, am Freitag in Wien. Nach der Katastrophe habe die zusätzliche Strahlenbelastung für die meisten Japaner unter der natürlichen Umgebungsstrahlung gelegen. Nach dem Atomunglück von Tschernobyl sei die Strahlenbelastung dagegen deutlich höher gewesen.

Allerdings leiden viele Menschen aus dem Unglücksgebiet psychisch und sozial. Evakuierungen oder Stigmatisierung belasteten die Betroffenen. "Die Erfahrung von Tschernobyl hat uns gezeigt, dass neben einer möglichen direkten Auswirkung auf die Physis, die sozialen Folgen mit den einhergehenden Gesundheitseffekten in der betroffenen Bevölkerung besondere Aufmerksamkeit brauchten", sagte UNSCEAR-Chef Carl-Magnus Larsson.

Der Großteil der Daten stammt von japanischen Behörden, aber auch die USA, die Weltgesundheitsorganisation WHO oder die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hätten Informationen beigetragen. Die Aussagen des Berichts basierten hauptsächlich auf Rechenmodellen, Messungen in der Umwelt und teilweise auf ärztlichen Untersuchungen von Betroffenen.

180 Wissenschaftler aus 27 Ländern haben an dem Bericht mitgewirkt und ihn in Wien diskutiert. Der Abschlussbericht soll im Herbst vorgelegt werden.

Die WHO war in einer Einschätzung davon ausgegangen, dass das Krebsrisiko für manche Krebsarten in den Unglücksgebieten statistisch leicht erhöht sei.

© dpa/Süddeutsche.de/beu/mkoh
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