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Infektionskrankheiten:Die Seuche, die plötzlich verschwand

Ausstellung -  Kriegsberichterstatter Hans Bayer

Betreten und Verlassen verboten: Fotos wie dieses zeigen das Grauen des Warschauer Ghettos in einer Ausstellung, die 2014 in Berlin zu sehen war.

(Foto: Daniel Naupold/dpa)

1941 wütete eine verheerende Fleckfieber-Epidemie im Warschauer Ghetto - und ebbte völlig unerwartet wieder ab. Was hinter den Mauern geschah, bietet auch Lektionen für die aktuelle Corona-Krise.

Von Berit Uhlmann

"Hinter uns wurde das Tor geschlossen. Es war, als hätten wir uns aus einem kalten Raum in ein überfülltes, stinkendes Gefängnis begeben, wo wir aufhörten, menschliche Wesen zu sein." So schildert Ludwik Hirszfeld, wie er das Warschauer Ghetto betrat, in das von Mitte 1940 an unzählige Juden gepresst wurden. Bis zu 450 000 Menschen lebten gleichzeitig auf dem nur wenige Straßen umfassenden Areal, insgesamt maß es 3,4 Quadratkilometer. Hirszfeld war Mediziner, Bakteriologe und Hygieniker; er war seinerzeit weit über Polen hinaus bekannt. Er wusste nur zu gut, was im Lager drohte: Dass die Menschen dort an Hunger, Epidemien und Ekel sterben würden, wie er in seiner Autobiografie "Die Geschichte eines Lebens" schrieb. Nur Wochen, nachdem sich die Gitter hinter den ersten Menschen schlossen, schossen die Fälle von Fleckfieber in die Höhe.

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