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Drogenbericht der Bundesregierung:Jeder vierte Erwachsene raucht

  • In Deutschland rauchen immer weniger Minderjährige. Das geht aus dem aktuellen Sucht- und Drogenbericht der Bundesregierung hervor.
  • Weniger als zehn Prozent der deutschen Jugendlichen rauchen, bei den Erwachsenen hingegen jeder Vierte.
  • Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler warnt vor einer Verharmlosung von Cannabis.

Warnung vor Tabak

Die Bundesregierung hat ihren aktuellen Drogen- und Suchtbericht vorgestellt - und dabei einen starken Rückgang minderjähriger Raucher verkündet. Die Quote bei Kindern und Jugendlichen lag im vergangenen Jahr erstmals wieder unter zehn Prozent, berichtete die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler von der CSU. Der Anteil der rauchenden Zwölf- bis 17-Jährigen sank 2014 auf 9,7 Prozent und damit auf den tiefsten Wert seit 1979.

Die Zahlen stammen aus Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 2001 hatte der Raucheranteil bei Jugendlichen demnach noch bei knapp 28 Prozent gelegen. Unter den Erwachsenen gibt es 24,5 Prozent aktive Raucher - damit raucht in Deutschland knapp jeder Vierte.

Rauchen sei "das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland" und führe zu jährlich etwa 110 000 vorzeitigen Todesfällen, mahnten die Experten. Tabakkonsum verkürze das Leben um durchschnittlich etwa zehn Jahre.

Warnung vor Alkohol

Auch Alkoholkonsum und kombinierter Konsum von Alkohol und Tabak führten jährlich zu 74 000 Todesfällen in Deutschland. Studien zufolge gelten etwa 1,77 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren als alkoholabhängig. Darüber hinaus sind etwa 2,31 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe von Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln abhängig. Weitere 4,6 Millionen betreiben einen Missbrauch dieser Medikamente.

Trotz der positiven Ergebnisse etwa beim Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen gebe es auch "problematische Entwicklungen", die nicht ausgeblendet werden dürften, erklärte Mortler. So stieg die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 1032. Auch nehme die Verbreitung von Crystal Meth und die Bedrohung durch neue psychoaktive Substanzen weiter zu, erläuterte Mortler. Auch der erstauffällige Konsum von Amphetaminen sei zuletzt wieder gestiegen.

Warnung vor Cannabis

Angesichts der Debatte um eine Cannabis-Freigabe warnte Mortler erneut davor, die Droge zu verharmlosen. Die Nachfrage nach Beratung und Behandlung aufgrund von Cannabiskonsum steige. Zuletzt hatte der gemeinsame Vorstoß des CDU-Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer und des Grünen-Politikers Dieter Janecek für eine Cannabis-Freigabe für Wirbel gesorgt. Mortler lehnt einen solchen Schritt entschieden ab.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte vor zunehmenden Legalisierungstendenzen in der Drogenpolitik. Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow erklärte, es müsse "endlich Schluss damit sein, den Joint schön zu reden". Eine Freigabe sogenannter weicher Drogen sei "das absolut falsche Signal". Gerade bei Jugendlichen könne der Konsum von Cannabis zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen.

Laut dem Drogen- und Suchtbericht ist Cannabis die mit Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Fast jeder Vierte (23,2 Prozent) im Alter zwischen 18 und 64 Jahren hat bereits Erfahrungen mit dieser Substanz.

© Süddeutsche.de/AFP/fued
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