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Coronavirus:So funktionieren die Schnelltests

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Einlasskarte zurück ins Leben? Ein negativer Corona-Schnelltest.

(Foto: Ute Grabowsky/imago images/photothek)

Was ist der Unterschied zu PCR-Tests? Wie tief müssen die Stäbchen in die Nase gehalten werden? Und was kosten die Schnelltests derzeit? Ein Überblick.

Von Christina Berndt

Die Kanarischen Inseln locken, der Besuch in der Boutique und das erste echte Theaterstück seit Monaten. Der Einlass zu vielen Attraktionen des Lebens könnte bald an die Vorlage eines Testergebnisses gebunden sein - oder ist es sogar schon. Dabei sollen mehr und mehr auch die Ergebnisse von Schnelltests akzeptiert werden, die bereits nach einigen Minuten vorliegen. Nach Italien etwa kommt man, wenn man das negative Ergebnis eines einfachen Schnelltests vorlegt, solange es nicht älter ist als 48 Stunden.

Aber wie kommt man eigentlich an einen solchen Schnelltest als Einlasskarte zurück ins Leben? Jedenfalls nicht so billig und schnell wie gedacht. Das Versprechen von Gesundheitsminister Jens Spahn ist schon gebrochen, dass jeder Bundesbürger vom 1. März an die Chance auf zwei kostenlose Corona-Schnelltests pro Woche erhält, die von geschultem Personal abgenommen werden. Die Einführung wurde verschoben, es gebe noch zu viele Details zu klären, hieß es.

Noch also bleiben nur die Möglichkeiten, die es schon seit Monaten gibt: In vielen professionellen Testzentren, Apotheken und Arztpraxen werden neben den PCR-Tests auch Schnelltests angeboten. Die kosten allerdings - in der Regel zwischen 30 und 50 Euro. Das Ergebnis liegt nach maximal einer halben Stunde vor - und damit erheblich schneller als bei einem klassischen PCR-Test. Schnelltests werden am Ort ausgewertet.

Allerdings liefern Schnelltests kein so sicheres Ergebnis wie ein PCR-Test: Dieser gibt sehr zuverlässig an, ob ein Mensch eine Infektion in sich trägt. Nur in den ersten Tagen schlägt auch der PCR-Test nicht an, weil sich das Virus noch nicht genügend vermehrt hat. Für den Test werden Stückchen von Virenerbgut aus dem Nasenrachenraum der Testperson im Labor vervielfältigt und analysiert. Meist wird ein langes Wattestäbchen tief in den Nasenrachenraum eingeführt, mittlerweile gibt es aber auch weniger invasive Tests, zum Beispiel Gurgeltests. Der Nachweis des Virenerbguts mittels PCR funktioniert auch, wenn nur sehr wenige Viren vorhanden sind.

Dagegen zeigt ein Antigen-Schnelltest lediglich, ob ein Mensch gerade infektiös ist. Dazu werden Bruchstücke aus der Hülle der Erreger ohne vorherige Vermehrung direkt nachgewiesen. Deshalb sind Antigen-Schnelltests nicht so sensibel und zeigen nur an, wenn gerade so viele Viren bei der Testperson vorhanden sind, dass ihre Nachweiskraft reicht. Sie geben somit nur Auskunft darüber, ob der Mensch in den nächsten 24 Stunden für andere ansteckend ist, das aber sehr zuverlässig.

Wie beim Schwangerschaftstest zeigt ein Streifen an, ob die Probe positiv ist

Ein Wattestäbchen muss für diese Tests nicht zwingend tief in den Nasenrachenraum eingeführt werden. Es reicht auch ein Abstrich aus der unteren Nase. Daraufhin wird das Wattestäbchen in eine Lösung getaucht und diese auf einen Teststreifen getropft. Wie bei einem Schwangerschaftstest zeigt ein Streifen an, ob die Probe positiv ist.

Leichter auszuführende Schnelltests, die Menschen selbst vornehmen können, gibt es mittlerweile aber auch. Vier haben eine Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bekommen. Sie alle funktionieren mit einem Abstrich in der unteren Nase, den jeder Laie einfach selbst vornehmen kann. Weitere Tests werden derzeit geprüft, ob sie zuverlässig genug und einfach zu handhaben sind.

Doch bis diese Tests in Apotheken, Supermärkten und Drogerien zu dem ebenfalls von Spahn versprochenen geringen Preis verfügbar sind, wird wohl noch Zeit vergehen. Sowohl Aldi Süd als auch Aldi Nord bestätigten, dass man "in Kürze" mit dem Verkauf von Schnelltests beginnen wolle. Auch die großen Lebensmittel- und Drogerieketten bestätigten, dass sie den Verkauf der Tests gerade prüfen.

© SZ
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