Cannabis-Konsum und seine Folgen Sucht, Psychose, Führerscheinentzug

Mehr als zwei Millionen Deutsche konsumieren gelegentlich oder regelmäßig Cannabis. Wie hoch ist ihr Risiko, davon abhängig zu werden? Welche Langzeitfolgen drohen den Konsumenten? Und macht Kiffen dumm? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Cannabis ist weit verbreitet - und in seinen Auswirkungen umstritten. Nicht alle möglichen Folgen sind zweifelsfrei belegt. Ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse.

Ist Cannabis eine Einstiegsdroge?

Marihuana und Haschisch sind in Deutschland vergleichsweise leicht verfügbar. Oft kommen bereits Jugendliche über ihre Freunde in Kontakt mit Cannabis. Ob Kiffer allerdings später auch zu härteren Drogen greifen, ist umstritten.

Zwar gelangen sie durch den Kontakt zu einem Dealer leichter auch an andere illegale Drogen, die der Händler im Angebot hat. Dementsprechend berichten viele Konsumenten harter Drogen, dass sie zunächst neben Alkohol und Tabak auch Cannabis konsumiert haben.

Doch der Umkehrschluss, dass Cannabis automatisch als Einstieg in eine Drogenkarriere funktioniert, stimmt nicht: Nur eine Minderheit der Kiffer steigt später auf andere Drogen um, das legen allein schon Drogenstatistiken nahe: Etwa 26 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haaben laut Drogenbericht der Bundesregierung schon einmal eine illegale Droge konsumiert - zum Großteil Cannabis. Der Anteil der Erwachsenen, die schon einmal härtere Drogen probierten, liegt bei etwa sieben Prozent. Cannabis sei keine stärkere Einstiegsdroge als Alkohol oder Zigaretten, sagt Jost Leune, Geschäftsführer des Fachverbands Drogen- und Suchthilfe.

Macht Cannabis süchtig?

Man kann von Cannabis abhängig werden. "Es gibt in Deutschland etwa 2,5 Millionen Konsumenten. Wegen einer Cannabis-Abhängigkeit sind bundesweit etwa 30.000 Menschen in Behandlung", schätzt Leune. Würde man eine Dunkelziffer mit einrechnen, könne man von etwa 100.000 Abhängigen sprechen. In der internationalen Fachliteratur wird zum Teil von höheren Suchtraten ausgegangen. Bis zu zehn Prozent der Konsumenten werden demnach abhängig von Cannabis.