Bakterien auf der Haut Wertvolle Fundgrube: Ein Bauchnabel der jahrelang nicht gewaschen wurde

In Zimmers Nabel hausten zudem Georgina-Keime - Bodenbakterien aus Japan. Er sei aber noch nie in Japan gewesen, schrieb Zimmer in einer E-Mail an Dunn, wie er auf seinem Blog berichtet. "Aber offensichtlich ist Japan bei dir gewesen", antwortete Dunn, der in seinem eigenen Nabel Pantoena-Bakterien fand, die sonst auf Pflanzen leben. Wie solche exotischen Keime in die Bauchnabel ihrer Wirte geraten, wissen die Forscher nicht.

"Wir haben Piercings gesehen, einige Infektionen, Fussel und mehr Haare, als uns lieb waren", schreibt Robert Dunn in einem Blogbeitrag für das Magazin Scientific American.

Gelegentlich überschritt die Arbeit sogar Schmerzgrenzen: Einer der Probanden erklärte, er habe sich seit Jahren nicht gewaschen. Das machte die Angelegenheit zwar eklig, die Probe aber wertvoll für die Forscher. Erstens fanden sich nur in diesem Abstrich zwei Archaeen-Arten - Einzeller, die zu den Prokaryoten zählen, so etwas wie Urbakterien. Zudem sei diese Probe womöglich historisch repräsentativ, denn vor wenigen Generationen sei es unüblich gewesen, sich so oft wie heute zu waschen, schreibt Dunn.

Trotz der ungewöhnlichen Arbeitsbedingungen arbeitet das Team weiter an den Nabeln der Welt. Mittlerweile ist die Zahl ihrer Proben auf über 300 angewachsen. Mehr als 600 aus ganz Nordamerika peilen die Forscher an, um vielleicht eines Tages erklären zu können, welche Faktoren die Mixtur der Keime im Nabel bestimmen. Geschlecht, Alter, Wohnort und ethnische Zugehörigkeit spielten laut Dunn nämlich erstaunlicherweise keine große Rolle. Und falls diese Fragen dann geklärt sein sollten? Auch Ohren, Nasen, Augenbrauen, Fußnägel und besonders die Armbeugen hielten weitere Mysterien bereit, schreibt Dunn.

Stromleitende Bakterien

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