Versicherung gegen Berufsunfähigkeit Auf welche Klauseln Sie achten müssen

Wer berufsunfähig wird, sollte abgesichert sein. Entscheidend für eine gute Versicherung ist aber das Kleingedruckte. Die wichtigsten Klauseln bei Berufsunfähigkeitsversicherungen im Überblick.

Von Marina Engler

Gerade bei einem so existenziellen Schutz (mehr dazu in diesem Ratgeber-Text) wie der Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (kurz: BU), ist es wichtig, das Kleingedruckte zu verstehen. Wie bei allen Versicherungen gibt es Klauseln, die unbedingt im Vertrag enthalten sein sollten, und solche, auf die man besser verzichtet.

Was im Vertrag stehen sollte

  • Sechs Monate Prognosezeitraum: Um eine BU-Rente zu erhalten, muss ein Arzt die Berufsunfähigkeit bestätigen und schätzen, wie lange diese anhalten wird. Die Versicherung zahlt erst, wenn der Prognosezeitraum erfüllt ist. Dieser sollte "sechs Monate" lauten, denn "auf Dauer" bedeutet in der Regel, dass das Geld erst nach drei Jahren fließt.
  • Rückwirkende Rentenzahlung: Für gewöhnlich brauchen die Anbieter einige Monate, um eine BU zu bewilligen. Wenn eine rückwirkende Rentenzahlung vereinbart wurde, zahlt die Versicherung die Rente für die Prüfmonate nach.
  • Nachversicherungsgarantie: Gerade junge Leute sollten unbedingt eine Nachversicherungsgarantie vereinbaren. Bei besonderen Ereignissen, die im Vertrag definiert sind, wie etwa Beförderung, Heirat oder Geburt eines Kindes, kann der Vertrag angepasst werden. Üblicherweise wird die Rentensumme erhöht, was auch zu höheren Beiträgen führt. Bei Vertragsabschluss sollte man auf eine mögliche maximale Rentensumme achten, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.
  • Beitrags- und Leistungsdynamik: Da niemand weiß, wie die Inflation sich entwickelt, ist es sinnvoll, eine Beitrags- und Leistungsdynamik festzulegen. Dann wird in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel alle zwei Jahre, sowohl der monatliche Beitrag als auch die Rentensumme um einige Prozentpunkte erhöht.
  • Aussetzen oder Stundung der Beiträge: Wenn eine schwere Krankheit eintritt oder ein Unfall passiert, fällt meist das Einkommen weg. Daher sollte vereinbart werden, dass der Versicherte während der Prüfphase keine Beiträge mehr zahlen muss. Manche Versicherer bieten lediglich eine Stundung an: Die Beiträge werden ausgesetzt und müssen, falls die BU nicht anerkannt wird, nachgezahlt werden. Auch bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit sollte der Vertrag für mindestens zwölf Monate beitragsfrei gestellt werden können. Nur so ist sichergestellt, dass man den BU-Schutz nicht aufgrund von finanziellen Engpässen verliert.

Zusätzlich gibt es noch einige allgemeine Dinge zu beachten. Die Rentensumme sollte nach Einschätzung von Verbraucherschützern mindestens 1000 Euro für eine Einzelperson betragen, damit die laufenden Kosten gedeckt sind. Wer Kinder zu versorgen hat, sollte nach Möglichkeit eine höhere Summe wählen. Die Versicherungs- und Leistungsdauer sollte möglichst nah am geplanten Rentenalter, also in der Regel dem 67. Geburtstag, liegen. Zwar sind Verträge mit einer kürzeren Versicherungsdauer deutlich günstiger, aber gerade in den letzten Berufsjahren ist das Risiko, berufsunfähig zu werden, besonders hoch. Daher sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Die Leistungsdauer sollte in jedem Fall bis zum Renteneintritt gehen, damit keine Finanzierungslücke entsteht.