Sorgerecht im Testament festlegen Wer Vormund werden darf

Wie muss die Verfügung über das Sorgerecht aussehen?

Eltern können im Testament nicht nur festhalten, was im Todesfall mit ihrem Vermögen geschieht, sondern auch, wo die Kinder dann leben sollen. Wichtig: Wenn das Testament nicht vom Notar erstellt wird, muss es von Anfang bis Ende mit der Hand geschrieben und mit Datum und vollem Namen unterschrieben werden. Auch wer sein Testament nachträglich noch um einen entsprechenden Absatz ergänzt, muss erneut seine Unterschrift darunter setzen. Verheiratete Paare dürfen ein gemeinsames Testament aufsetzen.

Eine Verfügung über das Sorgerecht kann auch als separates Dokument erstellt werden. "Die formalen Voraussetzungen bleiben gleich", sagt Becker. Der Text muss von Hand geschrieben und unterzeichnet sein - und zwar von allen Personen, die das Sorgerecht für die Kinder haben. Wenn Vater und Mutter unterschiedliche Vorstellungen haben und unterschiedliche Namen nennen, dann gilt die Erklärung des Elternteils, der als letzter gestorben ist.

Kann man das Sorgerecht auch aufteilen?

Wird es der Oma vielleicht zu viel, sich neben dem Alltag auch um die Finanzen der Enkel zu kümmern? "Dann können die Eltern die Aufgaben des Vormunds auch auf mehrere Personen aufteilen", sagt Familienrechtsexpertin Becker. Einer kümmert sich um den Alltag und nimmt die Kinder zu sich, ein anderer regelt die finanziellen Dinge.

Sind Eltern völlig frei in der Wahl des gewünschten Vormunds?

Vormund werden kann, wer volljährig und geschäftsfähig ist. Ältere Geschwister, die aber noch nicht 18 sind, kommen also nicht in Frage.

Kann der Vormund ablehnen?

Bevor Eltern Familienangehörige oder Freunde als möglichen Vormund bestimmen, sollten sie mit den Wunschkandidaten sprechen, ob sie diese Aufgabe überhaupt übernehmen können und wollen. Denn das Amt abzulehnen, wenn die Eltern tatsächlich nicht mehr leben, ist nur in ganz bestimmten Fällen möglich - wenn man selbst bereits mehr als drei minderjährige Kinder hat zum Beispiel, wenn man krank ist oder älter als 60.

Wenn sie mindestens 14 Jahre alt sind, dürfen übrigens auch die Kinder mitreden: Sie können dann der Einsetzung eines bestimmten Vormunds widersprechen.

Springen im Todesfall nicht die Taufpaten ein?

Das Patenamt ist ein rein kirchliches Amt. Für das Sorgerecht hat es keine Funktion. Wenn die Eltern wollen, dass nach ihrem Tod die Taufpaten die Kinder bei sich aufnehmen, müssen sie das zusätzlich im Testament oder in der Sorgerechtsverfügung festlegen.