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Solarthermie:2

Um die mit den Kollektoren eingefangene Wärme zu speichern, benötigt eine Solarthermieanlage einen ausreichenden Speicher. "Ein Solarspeicher unterscheidet sich von klassischen Speichern in zweifacher Hinsicht", erklärt Beckmann. Erstens seien diese Speicher meist vergleichsweise groß, um für trübe Tage einen Vorrat anlegen zu können. Zweitens lasse sich das Trinkwasser im Inneren des Speichers über zwei Rohrschlangen erwärmen: unten durch die solar erhitzte Wärmeträgerflüssigkeit und bei Bedarf oben im Bereitschaftsteil durch Wasser vom Heizkessel.

Im Winter muss der Kessel mit ran

Ein Wermutstropfen bei Solaranlagen, die mit Hilfe von Solarkollektoren das Warmwasser erwärmen und die Heizung unterstützen, bleibt allerdings: Sie allein machen das Haus nicht unabhängig von anderen Heizsystemen. Solaranlagen für die Warmwasserbereitung erfüllen ihren Job nur bei gutem Wetter. Im Winterhalbjahr muss die Anlage vom Heizkessel unterstützt werden.

Die mögliche Energieeinsparung durch eine Solarthermische Anlage beläuft sich nach Angaben des ZVSHK auf 40 bis 60 Prozent, bezogen auf die Warmwasserbereitung für ein Haus mit 150 Quadratmetern und vier Personen. "Wird eine Heizungsunterstützung durch Solarthermie realisiert, kann die Energieeinsparung bei der Raumwärme bis zu 20 Prozent betragen", sagt Wirges.

Die Kosten für eine solarthermische Anlage unterscheiden sich nach Art und Umfang der Anlage. Als Richtwert für eine durchschnittliche Anlage mit fünf Quadratmetern Kollektorfläche und einem 300-Liter-Warmwasser-Speicher nennt Wirges einen Betrag von 5000 Euro. Wenn die Anlage auch die Heizung unterstützen soll, sei die zwei- bis dreifache Kollektorfläche nötig. Auch das Speichervolumen müsse erhöht werden. Der Richtpreis liege dann bei etwa 8500 bis 9500 Euro.

Hausbesitzer und Bauherren können jedoch verschiedene Förderungen beantragen. Unter anderem gibt es eine Basisförderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Marktanreizprogramms. Sie beträgt 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Bei 15 Quadratmetern sind das immerhin 1575 Euro.