Sicherheitsmerkmale auf Geldscheinen So sieht der neue Euro aus

Bunter und mit Sagengestalt im Hologramm: Die Europäische Zentralbank verändert die Euro-Geldscheine - vor allem, um Fälschern das Handwerk zu legen. Der Fünf-Euro-Schein macht den Anfang. Vergleichen Sie die alte und neue Variante hier!

Von Harald Freiberger, Frankfurt

Es war ein besonderes Autogramm, das Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), am Donnerstag gab: Er setzte seine Unterschrift unter den Blitzlichtern der Fotografen auf einen überdimensionierten Fünf-Euro-Schein. Ort der Handlung war passenderweise das Archäologische Museum in Frankfurt, nur einen Steinwurf von der EZB entfernt. Der Anlass: Im Mai kommen neue Fünf-Euro-Scheine in Umlauf, die Draghi vorstellte.

Mit dem Schieber in der Mitte können Sie den alten und neuen Geldschein vergleichen.

Nun ist es nicht so, dass die alten Euro-Scheine gleich ins Archäologische Museum müssten. Sie gelten weiter, werden aber nach und nach eingezogen. Die EZB hat das Äußere der Scheine nur leicht verändert. Entscheidend sind die neuen Sicherheitsmerkmale, die Fälschern das Leben schwerer machen sollen.

Warum das nötig ist, erklärte Martin Münd, Falschgeld-Experte der EZB, schon im November, als die Pläne bekannt wurden. "Wir müssen den Fälschern immer eine Nasenlänge voraus bleiben", sagte er. Der heutige Schein sei vor elf Jahren eingeführt und vor etwa 15 Jahren entwickelt worden. Er habe nun seine "Modelllebenszeit" überdauert. "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und abwarten, sonst laufen zu viele Fälschungen auf", meinte er. Das zeigen auch jüngste Zahlen der Bundesbank: 2012 zog sie 41.500 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr, 2500 mehr als 2011.

Bei genauem Hinsehen sind die Unterschiede zwischen neuem Schein und altem Schein zu erkennen. Insgesamt wirkt die neue Banknote bunter. Die Zahl "5" ist von rechts in die Mitte gerückt. Unten links ist die Zahl jetzt grünlich, kippt man den Schein, wechselt die Farbe ins Blaue. An den Rändern rechts und links gibt es künftig fühlbare Streifen. Im Wasserzeichen unter Draghis Unterschrift, das man bei Gegenlicht prüfen kann, ist die Sagengestalt Europa* abgebildet. Die phönizische Königstochter findet sich künftig auch im Hologramm, dem Silberstreifen rechts. Bisher waren dort nur das Euro-Zeichen und die Zahl "5" zu sehen.

Der Fünf-Euro-Schein macht den Anfang, die weiteren Stückelungen bis hin zum 500-Euro-Schein folgen. Bis alle Euros ausgetauscht sind, können aber noch Jahre vergehen.

Auch die Rückseite ändert sich

(Foto: EZB)

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde "Europa" als Göttin bezeichnet. Das ist falsch.