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Goldman verbietet das Fluchen:Nie wieder F*ck

Dreckige Sprache? Nicht doch, jedenfalls nicht mehr bei Goldman Sachs. Die US-Investmentbank verbannt Kraftausdrücke aus dem Vokabular der Mitarbeiter.

"Dreckige Geschäfte" am verbalen Pranger: Mitarbeiter der US-Investmentbank Goldman Sachs werden ihre Abschlüsse nie wieder so nennen. Die über Monate unter Betrugsverdacht stehende US-Bank verbietet Kraftausdrücke in ihren E-Mails. Selbst deutsche Fäkalsprache geht nicht mehr durch - dafür sorgen ein elektronischer Filter und menschliche Kontrolleure, die die Mitarbeiter bei einem Ausrutscher auch mal herbeizitieren, wie es aus der Bank heißt.

F*ck

Zensur bei Goldman: Die US-Investmentbank verbietet dreckiges Vokabular.

(Foto: Grafik: sueddeutsche.de)

Die teils rüden Umgangsformen in der Bank waren im Laufe der Kongressanhörungen an die Öffentlichkeit gelangt. So hatte ein Mitarbeiter in einer internen E-Mail eine der ins Zwielicht geratenen Transaktionen als "ein dreckiges Geschäft" bezeichnet ("one shitty deal"). Die Kongressabgeordneten ritten mit Freude auf dieser Entgleisung herum.

Goldman Sachs reagierte und stellte die Kontrollsoftware vor einigen Wochen schärfer ein. "Natürlich haben wir Richtlinien über die Nutzung von angemessener Sprache", sagte eine Banksprecherin. "Und wir suchen immer nach Wegen, die Umsetzung auch sicherzustellen."

Wie das Wall Street Journal schrieb, findet der Filter sogar verbotene Wörter, die mit Sternchen verschleiert werden - eine durchaus übliche Praxis in den prüden Vereinigten Staaten. Goldman Sachs hatte erst vor zwei Wochen die Betrugsvorwürfe mit einem Vergleich aus der Welt geschaffen. Die Börsenaufsicht SEC hatte Goldman Sachs unterstellt, Anleger beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt zu haben, indem die Bank ihnen die Rolle eines großen Hedgefonds verheimlichte, der gegen die Wertpapiere wettete. Goldman gab einen Fehler zu und zahlte eine Strafe von 550 Millionen Dollar - von Betrug war aber keine Rede mehr.

© sueddeutsche.de/dpa/mel/hgn

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