bedeckt München

Geringere Kartengebühren:EU-Parlament macht bargeldloses Bezahlen billiger

  • Das EU-Parlament hat einer Verordnung zugestimmt, mit der die sogenannten Interbanken-Entgelte auf Kartenzahlungen gedeckelt werden.
  • Demnach müssen Händler noch maximal 0,2 Prozent des Rechnungsbetrags zahlen, wenn der Kunde mit einer EC- oder Maestro-Karte zahlt. Bei Kreditkarten sind es 0,3 Prozent.
  • Damit sollen die Preise für Waren und Dienstleistungen sinken, so die Hoffnung der Politik.

Die EU begrenzt die Gebühren für Kartenzahlungen, die Banken von Händlern kassieren dürfen. Das Europaparlament stimmte am Dienstag in Straßburg einem Kompromiss mit den EU-Regierungen zu und verabschiedete eine entsprechende Verordnung. Die Neuregelung tritt damit unmittelbar mit Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt in Kraft - einem Sprecher des Parlaments zufolge vermutlich noch im Mai.

Die sogenannten Interbanken-Entgelte stellt das Kreditinstitut eines Kunden der Bank des Händlers in Rechnung, wenn der Verbraucher per Karte zahlt. Damit verteuert sich der Endpreis von Produkten und Dienstleistungen - und letztlich muss der Kunde dafür zahlen. Diese Gebühr wird nun gedeckelt: Für Kreditkarten soll ein Limit von 0,3 Prozent, für sogenannte Debitkarten - etwa EC- oder Maestro-Karten - liegt die Grenze bei 0,2 Prozent des zu zahlenden Preises.

Verbraucherpreise könnten sinken

Zwar betrifft die Regelung die Einzelhändler, sie könnte aber auch Auswirkungen auf die Kunden haben. Denn die Unternehmen schlagen die Gebühren oft auf die Preise auf. Durch die Entlastung könnten sie ihre Produkte günstiger verkaufen - so die Annahme.

Nach Berechnungen der EU-Kommission zahlen Einzelhändler in Europa bisher rund zehn Milliarden Euro jährlich für Kartenzahlungen, mit der Neuregelung könnten die Kosten um etwa sechs Milliarden Euro sinken. Für Kreditkartenfirmen wie American Express oder Diners wird die Neuregelung allerdings erst nach drei Jahren gelten, weil Zahlungen mit ihren Kreditkarten nur von einer Bank abgewickelt werden.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/sana/sry
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema