Geldautomaten Abheben bei fremden Banken kostet wieder mehr

  • Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank haben eine Vereinbarung über Maximalgebühren am Geldautomaten gekündigt.
  • Wer sein Girokonto nicht bei einer der drei Banken hat und trotzdem abhebt, wird schon bald mehr zahlen müssen.
Von Meike Schreiber, Frankfurt

Kündigung für Ende August und Ende September

Zahlreichen Bankkunden drohen steigende Gebühren für das Abheben an Geldautomaten. Laut einem Bericht der Börsen-Zeitung, haben mit der Deutschen Bank, der Postbank und der Commerzbank gleich drei große Vertreter der Privatbanken eine Vereinbarung über Höchstgebühren an Geldautomaten gekündigt. Darüber habe der Bundesverband deutscher Banken seine Mitgliedsinstitute in einem Schreiben informiert.

Im Kern geht es um Gebühren, die jene Kunden fürs Abheben zahlen müssen, die ihr Girokonto nicht bei einer dieser drei Banken haben. Die Deutsche Bank und ihre Tochter Postbank kündigten die Vereinbarung zum 31. August, die Commerzbank zum 30. September.

Die Commerzbank begründet ihre Kündigung laut Börsen-Zeitung damit, dass sie die Bargeldversorgung am Geldautomaten nicht dauerhaft unter Marktpreis anbieten wolle und könne, zumal auch die Kosten für die Bargeldversorgung gestiegen seien. Künftig müssen Fremdkunden bei der Commerzbank 3,90 Euro pro Abhebung bezahlen.

Einigung aller Banken war gescheitert

Im Jahr 2010 hatten sich die Privatbanken nach langem Streit darauf geeinigt, bei Fremdabhebungen eine Gebühr von höchstens 1,95 Euro zu berechnen. Eine Einigung aller Banken, also auch der Sparkassen und Genossenschaftsbanken war zuvor gescheitert. Die deutsche Kreditwirtschaft hatte sich am Ende nur dazu verpflichtet, Bankkunden über die anfallenden Gebühren zu informieren.

Gerade die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die hierzulande ein großes und damit teures Automatennetz betreiben, ließen sich nicht auf einen Höchstbetrag ein und legen die Gebühren bis heute vor Ort selbständig fest.

Die Entscheidung folgt einem Trend. Die Banken - egal ob private, genossenschaftliche Institute oder Sparkassen - suchen derzeit händeringend nach neuen Einnahmequellen. Durch die Mini-Zinsen und die extrem lockere Geldpolitik der EZB ist mit Darlehen und herkömmlichen Geldanlageprodukten kaum noch etwas zu verdienen. "Vor dem Hintergrund der stagnierenden Provisionseinnahmen und den weiter erodierenden Zinserträgen werden bislang auch wenig beachtete Ertragsquellen relativ wichtiger: daher ist es nur logisch, dass die Geschäftsbanken diesen Hebel ziehen", sagte Bankenexperte Karsten Junge, Partner bei der Unternehmensberatung Konzilen.