Geldanlage Welche Kennzahlen sind wichtig bei der Bewertung von Fonds?

Wie wird sich der Fonds entwickeln? Um das einzuschätzen, liefern einige Kennzahlen wichtige Hinweise. Wie Sie in der Welt von Alpha, Beta und Sharpe Ratio den Überblick behalten.

Von Charlotte Dietz

Unter Tausenden von Fonds den richtigen zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Wer geklärt hat, ob ein offener oder geschlossener Fonds in Frage kommt (mehr dazu in diesem Ratgebertext) und welche Fondsart die richtige ist (einen Überblick finden Sie hier), sollte einige Kennzahlen vergleichen. Die Zahlen können Anleger entweder direkt über die Fondsgesellschaften bekommen oder in diversen Fondsdatenbanken (zum Beispiel Fondsdata vom Bundesanzeiger, Onvista oder Fondsweb) nachschauen. Auch die meisten Tageszeitungen drucken täglich Daten der größten und wichtigsten Fonds. In der Süddeutschen Zeitung finden Sie diese Angaben im Geld-Teil.

Performance

Als Performance bezeichnet man die Wertentwicklung eines Fonds über einen bestimmten Zeitraum. Dieser Wert wird in Prozent angegeben. Ist ein Fonds zu einem Zeitpunkt etwa 100 Euro Wert und ein Jahr später 110 Euro, so beträgt die Performance 10 Prozent.

Die meisten Fondsgesellschaften verwenden für die Performance die einheitliche Berechnungsmethode des Bundesverbandes Deutscher Investmentgesellschaften (BVI). Das macht den Wert für unterschiedliche Fonds vergleichbar.

Aber Vorsicht: Die veröffentlichte Performance berücksichtigt zwar die Verwaltungsgebühren des Fonds, nicht aber den Ausgabeaufschlag, der von Anleger zu Anleger variieren kann (mehr zu den Kosten beim Fondskauf lesen Sie hier). Deshalb kann die Wertentwicklung für den individuellen Anleger eine andere sein als die veröffentlichte Zahl für die Performance.

Maximaler Verlust

Der Fondswert kann mitunter stark schwanken - leider auch nach unten. Der maximale Verlust gibt an, wie hoch prozentual der stärkste Wertrückgang innerhalb eines Zeitraums in der Vergangenheit war. Zur Bemessung ist ein Zeitraum von drei Jahren üblich. Oft wird zusätzlich auch die längste Verlustperiode (in Monaten) angegeben.

Volatilität

Die Volatilität verrät, wie stark der Wert eines Fonds in einem bestimmten Zeitraum in der Vergangenheit um seinen Mittelwert geschwankt ist.

Angenommen, der Wert eines Fonds lag im letzten Jahr durchschnittlich bei 60 Euro, schwankte aber innerhalb des Jahres. Der niedrigste Wert, den der Fonds erreichte, war 55 Euro, der höchste 70 Euro. Die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstwert beträgt 15 Euro. Der Anteil dieser Differenz am Mittelwert von 60 Euro ist dann die Volatilität, in diesem Fall also 25 Prozent: Innerhalb eines Jahres ist der Fondspreis um 25 Prozent um den Mittelwert geschwankt.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Volatilität, desto mehr Risiken birgt die Anlage - denn eine hohe Volatilität bedeutet, dass der Preis stark schwankt.

Beta

Beta ist ein Risikomaß für den Fonds. Der Wert gibt an, wie eng der Fondspreis in der Vergangenheit der Entwicklung eines vergleichbaren Markts gefolgt ist. Welcher Markt als Maßstab genommen wird, legt die Fondsgesellschaft fest. Diesen Vergleichsmarkt nennt man Benchmark. Bei Aktienfonds wird beispielsweise der DAX oft als Benchmark verwendet. Für Beta gilt dann:

Beta <1: Wenn der Wert des Vergleichsindex gestiegen ist, ist der Fondswert weniger stark gestiegen. Umgekehrt ist der Fondswert allerdings auch weniger gefallen, wenn der Wert des Index gefallen ist. Fonds mit einem niedrigen Beta eignen sich daher eher für risikoscheue Anleger.

Beta=1: Der Wert des Fonds ist exakt dem Wert des Vergleichsindex gefolgt.

Beta>1: Bei einem Preisanstieg des Vergleichsindex ist der Fondspreis noch stärker gestiegen. Ist der Preis gefallen, ist der Fondspreis allerdings ebenfalls stärker gefallen. Fonds mit einem hohen Beta kommen daher eher für risikofreudige Anleger in Frage.

Alpha

Dieser Wert bezieht sich ebenfalls auf die Benchmark (den Vergleichsindex) des Fonds. Alpha gibt an, um wie viel die Wertentwicklung des Fonds von der des Vergleichsindex abweicht. Somit lässt Alpha Rückschlüsse auf die Arbeit des Fondsmanagements zu. Fondsmanager versuchen, durch eine geschickte Zusammenstellung von Einzelaktien und Titeln die Entwicklungen am Vergleichsmarkt zu übertreffen - das ist gelungen, wenn Alpha positiv ist.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio misst die Beziehung zwischen der Risikoprämie einer Anlage und ihrem Risiko. Die Risikoprämie wird dabei als Mehrertrag definiert, den der Fonds gegenüber einer sicheren Anlage bringt. Als Risikomaß nimmt man in dem Fall die Volatilität.

Ein Fonds bringt fünf Prozent Rendite, eine sichere Anleihe nur zwei Prozent. In dem Fall beträgt die Risikoprämie drei Prozent, also die Differenz zwischen den beiden Renditen. Die Volatilität des Fonds liegt bei zwei Prozent. Teilt man die Risikoprämie durch die Volatilität, erhält man die Sharpe Ratio - in diesem Fall 1,5.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Sharpe Ratio, desto besser ist das Verhältnis vom Ertrag zum Risiko. Denn ein hoher Wert bedeutet, dass die Risikoprämie wesentlich höher ist als das tatsächlich eingegangene Risiko. Liegt die Sharpe Ratio zwischen Null und eins, brachte der Fonds zwar einen Überschuss, dieser war aber zu gering im Verhältnis zum Risiko. Eine Sharpe Ratio unter null bedeutet, dass das Fondsmanagement nicht einmal die Rendite einer sicheren Geldanlage erzielt hat - von diesem Fonds sollte man besser die Finger lassen.