Geldanlage Was ist der Unterschied zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds?

Ein Fonds ist ein Korb mit Wertpapieren. Dessen Zusammensetzung kann ständig verändert werden. Handelt es sich um einen aktiven Fonds, ist dafür ein Fondsmanager verantwortlich. Bei passiven Fonds handeln Computer die Papiere. Die Vor- und Nachteile.

Von Larissa Holzki

Bei aktiv gemanagten Fonds beobachtet und analysiert ein Fondsmanager fortlaufend nationale und internationale Märkte. Er spricht mit Analysten und Unternehmen. Dabei sucht er für den Fonds Wertpapiere von Aktiengesellschaften und Branchen aus, die in nächster Zeit vermutlich Gewinne machen und wachsen. Aber auch Profis können auf die Zukunft nur spekulieren. Deshalb achtet der Fondsmanager stets darauf, dass sich im Fondsvermögen eine Mischung aus sicheren und risikanteren Papieren mit großem Potenzial befindet. Erwartet er, dass der gesamte Markt bald schwächelt oder gar einbricht, kann er auch die Bargeldquote im Fonds erhöhen.

Das Ansehen der Fondsmanager hat zuletzt gelitten. Sie werden an einer Benchmark gemessen, einem vom Anbieter selbst gewählten Vergleichsmaß. Meist wird der jeweils marktrelevate Aktien- oder Rentenindex verwendet. Doch nicht mal die Hälfte der Fondsmanager kann diesen Index tatsächlich übertreffen. Liegt der Fondsmanager unter dem Index, sollte der Anleger allerdings besser direkt in den Index investieren und die Managementgebühren sparen.

Ob ein Fondsmanager sich bewährt hat, bewerten Ratingagenturen wie Morningstar. Anhand des Namens, der WKN (Wertpapiernummer) oder ISIN (International Securities Identification Number) finden Sie über das Suchfeld Ihren Fonds. Wenn Sie diesen angeklickt haben, erscheint links eine Spalte, in der Sie das Feld Rating und Risiko auswählen. Morningstar vergibt bis zu fünf Sterne.

Passiv gemanagte Fonds: Wenn Sie der Meinung sind, dass der DAX oder ein anderer Index sich gut entwickeln wird, müssen sie nicht auf die Künste eines Fondsmanagers setzen. Sie können auch direkt in Aktien- und Rentenindizes investieren - mit Hilfe von passiven Fonds. Diese Fonds bilden computergesteuert 1:1 ihren Index ab. Ein DAX-Fonds beispielsweise beinhaltet Aktien der 30 Unternehmen des Leitindex.

Ein passiv gemanagter Fonds wird also nie seinen Index schlagen. Er wird aber auch nie deutlich schlechter abschneiden. Ein bisschen schwächer steht er freilich immer da, denn passive Fonds sind zwar relativ günstig zu erwerben, aber eben nicht kostenlos. Die Verwaltungsgebühren betragen oft weniger als 0,5 Prozent. Der Ausgabeaufschlag entfällt. Um die entstehenden Kosten weicht die Wertentwicklung Ihres Fondsanteils natürlich vom entsprechenden Index ab. Sieht man von der kleinen Differenz einmal ab, können Sie die Kursentwicklung ihres passiv gemanagten Fonds anhand des Indizes leicht verfolgen - zum Beispiel in den Abendnachrichten.

Bevor Sie in einen passiven Fonds investieren, sollten Sie unbedingt Kosten verschiedener Fonds mit dem jeweils gleichen Index vergleichen. Größere Fonds mit mehr als 500 Millionen Euro können üblicherweise effizienter arbeiten. Der Herausgeber sollte transparent arbeiten. Als Sondervermögen bleibt Ihr Anteil am Fondsvermögen aber auch im Insolvenzfall unberührt.

Berater empfehlen häufig ausschließlich aktiv gemanagte Fonds. Das hat einen einfachen Grund: Sie verdienen daran mehr. Scheuen Sie sich nicht, nach passiven Fonds zu fragen. Die geläufigsten und günstigsten Indexfonds sind die ETFs (lesen Sie hier mehr über die verschiedenen Arten von Fonds). Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds.