Geld - Macht - Hass: James Dean:James schert sich einen Dreck um Jura

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Auch sein Vater versteht nicht, warum James lieber Grimassen schneidet als etwas Anständiges zu lernen. Aus Jimmy sollte doch etwas werden, mit Jura kann man alles werden. Jimmy mag aber nicht alles werden, er will nur eins: Schauspielern. Es ist, man muss es so sagen, der klassische Vater-Sohn-Konflikt. Nach heftigem Streit einigen sich die beiden: James schreibt sich auf dem College von Santa Monica für Jura ein und darf Theaterkurse belegen.

Man braucht kein Psychologe sein, um zu erahnen, dass sich James einen Dreck um Jura schert. Für ihn zählt nur die Schauspielerei. Er geht nach New York City, tritt am Broadway auf, das Publikum ist begeistert. Auf der Bühne legt er seine dicke Hornbrille ab. Es ist seine starke Kurzsichtigkeit, die dem jungen Dean seinen melancholischen, unschuldigen Blick verleiht.

Der Regisseur Elia Kazan, der schon Marlon Brando entdeckt hatte, sucht ein frisches Gesicht für seinen neuen Film und erlebt James Dean in einem Broadway-Stück. Bei Probeaufnahmen in Los Angeles sticht Dean Paul Newman aus. Endlich: Hollywood.

In L.A. kauft sich James Dean von seiner ersten Gage einen gebrauchten Sportwagen. Er fährt sehr gerne sehr schnell. In seinem Vertrag für den Film "Giganten" steht, er dürfe während der Dreharbeiten keine Rennen fahren.

Zutraulich und schroff

James Dean ist alles auf einmal: zutraulich und schroff, ausgelassen und deprimiert, halbstark und seelenvoll. Er kleidet sich betont lässig und knattert mit seinem schweren Motorrad über die Boulevards. Er geht viel aus. Mit Ursula Andress, Natalie Wood. Dann mit Pier Angeli. Er verliebt sich in sie. Aber sie heiratet einen anderen.

Jimmy ist der italienischen Mamma nicht fein genug und vor allem zu wenig katholisch. Am Tag ihrer Hochzeit steht James Dean auf der Straßenseite vis à vis der Kirche und wartet, bis das Paar heraus kommt. Dann braust er auf seinem Motorrad davon.

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