bedeckt München
vgwortpixel

Geld - Macht - Hass: James Dean:Nur der Tod macht unsterblich

Mit 24 Jahren kommt James Dean in seinem Porsche ums Leben. Nach dem Unfall wird der Schauspieler ein Held - und sein verhasster Vater erbt alles.

Er hat ihn einfach übersehen. Den silbernen Porsche Spyder, der kurz vor sechs Uhr abends, pazifische Zeit, auf die Kreuzung der Highways 46 und 41 bei Paso Robles, Kalifornien, zuraste. Er wollte hier abbiegen, ganz in Ruhe, so wie er es immer tat. Aber da krachte schon der Porsche in die Breitseite seines alten Ford Tudor, je nach Bericht mit 130 oder 170 km/h.

James Dean (rechts) mit einem Mechaniker in seinem Porsche 550 Spyder. Der Schauspieler stirbt am 30. September 1955 nach einem Autounfall auf dem Weg ins Krankenhaus.

James Dean (rechts) mit seinem Mechaniker in seinem Porsche 550 Spyder. Der Schauspieler stirbt nach einem Autounfall auf dem Weg ins Krankenhaus.

(Foto: dpa)

Donald Turnupseed hat James Dean übersehen. Ob der Student aus San Luis Obispo, mit 23 ein Jahr jünger als Dean, an diesem Septembertag 1955 besonders zerstreut war, ob er zu viel geraucht hatte? Gut möglich. Wirklich wissen wird man es nie. Fest steht nur: Turnupseed überlebte den Unfall, Dean verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Land voller Schlaglöcher

Nur Tote sind unsterblich - und es war Donald Turnupseed, der James Dean unsterblich machte. Bis zu diesem Unfall in der kalifornischen Wüste hatte Dean nur drei Filme gedreht, von denen genau einer in den Kinos gelaufen war. Er hinterließ so gut wie nichts, außer die damals unbedeutenden Lizenzrechte an "Jenseits von Eden", "... denn sie wissen nicht, was sie tun" und "Giganten" sowie eine Lebensversicherung über 100.000 Dollar. Eigentlich nicht weiter der Rede wert, hätte nicht Winton Dean all das alleine geerbt, sein Vater, den er über alles hasste und am Ende zu einem reichen Mann machte.

Amerika ist ein Land voller Schlaglöcher, als James Dean 1931 in Indiana auf die Welt kommt. Es ist Wirtschaftskrise und Zeit, darüber nachzudenken, was man will, vom Leben und überhaupt. Vater Winton Dean will nicht mehr Farmer sein. Also zieht er mit seiner Familie vom Mittleren Westen Richtung Pazifik, nach Kalifornien. James, genannt Jimmy, ist ein braver Junge. Und weil er so brav ist, darf er sich jeden Abend etwas wünschen. Er schreibt seinen Wunsch auf einen Zettel und am nächsten Tag versucht seine Mutter Mildred, diesen Wunsch zu erfüllen. Sie tut wirklich alles für Jimmy, "er ist doch alles, was ich habe", sagt sie.

Jimmy ist neun Jahre alt, als seine Mutter an Krebs stirbt. Plötzlich ist niemand mehr da, der seine Wünsche erfüllt. Der Vater nimmt sich keine Zeit für seinen Sohn. Und so wächst James bei seiner Tante und seinem Onkel auf einer Farm in Fairmount, Indiana, auf. Er ist ein guter Schüler. 1949 darf er als Vertreter des Bundesstaats zu einem landesweiten Rezitationswettbewerb fahren. Die Klassenkameraden hänseln ihn, den Jimmy, der Gedichte aufsagt und schauspielert - sowas grandios Unmännliches.