Fairtrade-Siegel

"Ein verlässliches, über Jahrzehnte gewachsenes Siegel, das auch international anerkannt ist", resümmiert Seitz. Auch Daniela Krehl lobt die "klaren Kriterien und zuverlässigen Kontrollen". Sie weist zugleich auf eine Entwicklung hin, die sie "problematisch" nennt: Derzeit wird eine Art Light-Version des Fairtrade-Siegels eingeführt. Die Zutaten müssen dann nicht mehr zu 100 Prozent aus fairen Handel stammen. Es genügt, wenn nur der Kakao oder der Zucker fair gehandelt wurden, egal, wie groß der Anteil am Produkt tatsächlich ist. Erkennbar ist das Siegel am weißen, statt dem üblichen schwarzen Hintergrund. "Wird dem Verbraucher tatsächlich bewusst, dass hier die Kriterien geändert wurden?", zweifelt die Verbraucherschützerin.

Der Verein TransFair reagierte mit seiner Neuentwicklung offenbar auf den Druck von Siegeln mit weniger strengen Kriterien. Das Grundproblem dahinter: "Fair" ist anders als "Bio" kein geschützter Begriff. Es steht Jedem frei, seine Art Geschäfte zu machen als fair zu bezeichnen.

5. März 2014, 07:482014-03-05 07:48:58 © Süddeutsche.de/beu/dd