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Deutsche Bank: Ackermann-Nachfolge:Der Aufsichtsrat entscheidet

Entscheiden wird über die Chef-Frage aber weder Ackermann noch Börsig, sondern der komplette 20-köpfige Aufsichtsrat. Das führt zur skurrilen Situation, dass Ackermann nun auf die Arbeitnehmerseite hoffen muss, um sein letztes großes Gefecht durchzustehen, den Machtkampf mit Börsig, die Hilfe für Bänziger.

Ackermann galt immer als Mann des Kapitals, Arbeitnehmerinteressen mussten da schon mal hinten anstehen. Jetzt braucht er die Unterstützung der Arbeitnehmerbank. Zunächst wird der Vorschlag, den Börsig irgendwann unterbreiten wird, im Präsidium diskutiert.

In ihm sitzen auch zwei Vertreter der Arbeitnehmer. Eine ist die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Karin Ruck. In den nächsten Tagen werden sich die jeweils zehn Vertreter von Arbeitnehmer- und Kapitalseite beraten, danach dürfte es schnell zur Entscheidung in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung kommen.

Börsig hat die Entscheidung vorbereitet

Börsig hat die Entscheidung besser vorbereitet als vor zwei Jahren. Er führte viele Einzelgespräche, er fühlte vor, wie sein Vorschlag ankommt. "Der wollte wissen, ob sich die Aufsichtsräte die Lösung vorstellen können oder ob sie da gleich Pickel bekommen", sagt ein Insider. Die Signale seien zumindest nicht ablehnend gewesen, und zwar von Kapitalseite genauso wie von Arbeitnehmerseite.

Die meisten Kontrolleure halten das Duo Jain/Fitschen zwar nicht für die ideal - aber für die unter den gegebenen Umständen für die beste Lösung. Bei Bänziger gibt es, auch bei Vorstandskollegen, Bedenken wegen seines rustikalen Führungsstils.

Bliebe der Kompromisskandidat Rainer Neske, der Privatkundenchef. Bei ihm fürchten die Aufsichtsräte aber, dass es zum schädlichen Konkurrenzkampf mit dem gleich alten Jain kommen könnte. Deshalb spricht derzeit fast alles für das Duo Jain/Fitschen. Und gegen Ackermann.