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Citigroup:Vom Krisenfall zur Cashcow

Die Rettung der Citigroup im vergangenen Jahr gerät zum Glücksfall für die US-Regierung. Zumindest hat das Aktienpaket des Staates an der Bank massiv aufgewertet. Womöglich wird es bald an der Börse verkauft.

Die Anzeichen für einen Ausstieg der US-Regierung aus der Citigroup verdichten sich. Die Regierung Obama treffe derzeit die letzten Vorbereitungen, um ihren 27-Prozent-Anteil an der mit Staatsgeldern geretteten Großbank zu verkaufen, schreibt die Washington Post.

Die schiere Größe der erwarteten Platzierung sorgt an den Börsen bereits für Anspannung. Denn der Wert des Aktienpakets ist inzwischen auf 33 Milliarden Dollar angewachsen. Bislang gab es nur eine Emission, die größer war: Der Börsengang der japanischen Telefongesellschaft NTT kam 1987 insgesamt auf 36,8 Milliarden Dollar.

Große Wall-Street-Firmen wie J. P. Morgan Chase und Morgan Stanley scharren deswegen bereits mit den Füßen, um an dem historischen Ereignis als Konsortialbanken beteiligt zu werden. Goldman Sachs soll dem US-Finanzministerium seine Dienste sogar nahezu kostenlos angeboten haben, so die Washington Post.

Kursgewinn und Zinseinnahmen

Die Regierung dürfte den Verkauf ihrer Citigroup-Titel ebenfalls als Erfolg verbuchen. Der Steuerzahler hatte die Citigroup in der Finanzkrise mit einer Geldspritze von 45 Milliarden Dollar stützen müssen. Einen Teil dieser Schulden beim Staat hat die Bank inzwischen durch eine Rückzahlung von 20 Milliarden Dollar beglichen.

Über die nun anstehenden Aktienverkäufe soll der Steuerzahler auch sein restliches Geld zurückbekommen. Dabei dürfte für den Staat ein hübscher Gewinn herausspringen: Das 27-Prozent-Paket, für das Washington ursprünglich 25 Milliarden Dollar hingeblättert hatte, ist nach heutigen Marktpreisen etwa 33 Milliarden Dollar wert. Für den Kredit streicht das Finanzministerium zudem satte Zinsen ein.

Bereits die bloße Aussicht auf ein Ende des staatlichen Einflusses ließ die Citigroup-Aktien in der vergangenen Woche um knapp zehn Prozent steigen. Wegen des staatlichen Rettungspakets musste sich die einst so mächtige Großbank einigen Beschränkungen unterwerfen. So wurden etwa die Gehälter der Topmanager gedeckelt. Citigroup-Chef Vikram Pandit bezieht nur ein symbolisches Jahresgehalt von einem Dollar.