BNP Paribas entlässt Mitarbeiter:Griechenland kostet französische Bank Milliarden

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Dass es so schlimm kommt, hatte niemand erwartet: Weil griechische Staatsanleihen fast nichts mehr wert sind, bricht der Gewinn der BNP Paribas um mehr als 72 Prozent ein. Das will die französische Großbank kompensieren - indem sie Mitarbeiter entlässt.

Die Griechenland-Krise schlägt sich in den Bilanzen der Banken nieder, besonders leiden müssen die französischen: Die Großbank BNP Paribas hat im dritten Quartal mehr als zwei Milliarden Euro weniger verdient als zuvor. Der Gewinn sank um 72 Prozent auf 541 Millionen Euro und damit viel stärker als von Experten erwartet.

Schuld an dem schlechten Ergebnis für die drei Monate bis Ende September sind Abschreibungen auf griechische Anleihen. BNP Paribas hält griechische Staatspapiere im Wert von fünf Milliarden Euro, mehr als jede andere Privatbank außerhalb des Krisenstaates. Das Institut bewertet sie mittlerweile 60 Prozent unter ihrem ursprünglichen Preis. Dieser Abschlag liegt noch höher als der Schuldenschnitt von 50 Prozent, auf den sich Regierungen und Banken beim EU-Gipfel vergangene Woche geeinigt hatten.

Die Krise will Generaldirektor Baudouin Prot abwenden, indem er Mitarbeiter entlässt: Er kündigte an, Mitte November einen Plan für Stellenstreichungen vorzustellen. Betroffen seien einige hundert Angestellte in Frankreich und in internationalen Filialen, besonders Investmentbanker. Neben den Problemen in Griechenland leidet BNP Paribas wie die meisten Konkurrenten auch unter dem schwachen Geschäft im Investmentbanking. Der französische Staat hatte im Zuge der Wirtschaftskrise seit 2008 etwa acht Milliarden Euro Finanzhilfe in das Institut gepumpt.

Bei einem Krisentreffen vor dem G-20-Gipfel in Cannes hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in der Nacht den Druck auf Griechenland erhöht und erklärt, das Land erhalte vorerst keine weiteren Hilfen aus dem internationalen Rettungspaket.

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