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Axel Weber: Von Bundesbank zur UBS:Weber und die Diplomatie

Aber Weber kann mit seinem Schritt in die Schweiz jene Kritiker besänftigen, die es ihm vorsorglich verübelten, dass er zu viel über die deutschen Institute wisse und dies als Deutsche-Bank-Vorstand zu Ungunsten der Konkurrenz ausnützen könnte. Zwar stehen auch die Schweizer und deutschen Institute global im Wettbewerb, doch da dürfte das mögliche Insiderwissen Webers weniger ins Gewicht fallen.

Die Bundesbank kennt zwar keine festen Wartezeiten für ihre ausgeschiedenen Vorstände, allerdings schreibt der Verhaltenskodex für Mitglieder des EZB-Rates vor, dass die Mitglieder "während des ersten Jahres nach Beendigung ihrer Pflichten weiterhin alle Interessenkonflikte, die aus neuen privaten oder beruflichen Tätigkeiten erwachsen können", meiden sollen. Diese Ein-Jahres-Frist läuft für Weber Ende April 2012 ab, wenige Tage vor der geplanten Wahl Webers in den UBS-Verwaltungsrat. Nach der Wahl soll Weber zunächst Vizepräsident des Verwaltungsrats und dann 2013 Präsident werden.

Die Zürcher dürften vor allem das umfassende Know-how Webers zur Regulierung der Banken und der Finanzindustrie zu schätzen wissen: Noch immer leidet das Land unter dem UBS-Trauma. Die Bank, die vielen Schweizern als Hort der Sicherheit galt und seit der Fusion der Schweizerischen Bankgesellschaft mit dem Schweizerischen Bankverein zur UBS auch in allen Städten des Landes enorm präsent ist, drohte in der Finanzkrise, die Schweiz finanziell in den Abgrund zu stürzen. Das Institut ist zu groß für das Land.

Seither ist in der Schweiz das Draufgängertum der Investmentbanker verpönt, dem sich die UBS wie kaum ein anderes Finanzhaus verschrieben hatte. Nun sollen in Zürich wieder alte Bankertugenden wie Besonnenheit zählen.

Villiger verkörpert sie förmlich, von Weber, dem früheren Bundesbanker, wird sie erhofft. Allerdings wurde in der Schweiz auch der hässliche Abgang Webers von der Spitze der Bundesbank und der Streit mit Kanzlerin Angela Merkel registriert. Immerhin sollte er als Nachfolger von Jean-Claude Trichet die Europäische Zentralbank führen. Manche fragen sich darum, ob es Weber an diplomatischem Geschick mangele. Gerade das ist in der Schweiz gefragt.

In Frankfurt hingegen hat Ackermann nun einen möglichen Nachfolger weniger. Ihm wird ein gutes Verhältnis zu Weber nachgesagt, darum dürfte ihm die Lösung mit dem Ex-Bundesbanker als Vorstand gefallen haben.

Nun muss sich die Deutsche Bank entscheiden, ob sie womöglich den Investmentbanker Anshu Jain zum neuen Chef des Instituts macht - vielleicht auch im Rahmen einer Doppelspitze mit einem anderen Mitglied aus der Führungsspitze der Bank. Denn der englischsprachige Jain, sagen Branchenkenner, könnte in Frankfurt noch lange fremdeln. Für Weber war es das Zuhause.