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Anlage in Aktien:Dividende gut, alles gut?

Ob eine Aktie eine profitable Investition ist, bemessen Anleger oft nur an der Dividende. Dabei gibt es noch andere wichtige Anhaltspunkte.

Die Dividende ist der Gewinn des Aktionärs. Solange er das Wertpapier hält und nicht auch aus dem Weiterverkauf seinen Gewinn schöpft, sogar der einzige. Deshalb ist die Dividende für Anleger eine besonders wichtige Kennzahl: Lohnt es sich in diese Aktie zu investieren, ist die Dividende hoch genug?

Um diese Frage beantworten zu können, sollten sich künftige Aktionäre die Dividendenrendite des Wertpapiers genau ansehen. Diese Kennzahl setzt den aktuellen Aktienkurs in ein Verhältnis zu der Dividende, die den Aktionären zuletzt ausgezahlt worden ist. Sie macht Wertpapiere besser untereinander vergleichbar und hilft dabei, sich nicht allein von einer hohen Dividende blenden zu lassen.

Die Formel zur Berechnung der Dividendenrendite lautet: Dividende geteilt durch den aktuellen Aktienkurs mal 100.

Rechenbeispiel: 2 Euro : 80 Euro x 100 = 2,5

Wenn eine Aktie momentan also bei 80 Euro steht und die Firma eine Dividende von zwei Euro pro Aktie auszahlt, ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent.

Höhere Dividende und höherer Kurswert müssen aber nicht unbedingt eine höhere Dividendenrendite bedeuten. Nehmen wir an, ein Unternehmen zahlt doppelt so viel Rendite wie im ersten Beispiel, also vier Euro Dividende, und sein Kurs steht bei 200 Euro. Dann ergibt sich eine Dividendenrendite von 2.

Rechenbeispiel: 4 Euro : 200 Euro x 100 = 2

Die erste Firma, mit den zwei Euro je Aktie, kann ihren Anlegeren trotz geringerer Dividende eine höhere Rendite bieten.

Doch auch eine hohe Dividendenrendite kann Aktionäre in die Irre führen - nämlich dann, wenn die Ursache dafür nicht gestiegene Unternehmensgewinne und damit eine gestiegene Dividende sind, sondern ganz im Gegenteil: gefallene Kurse.

Rechenbeispiel: 2 Euro : 40 Euro x 100 = 5

Wenn die auf der Jahreshauptversammlung beschlossene Dividende weiter zwei Euro pro Aktie beträgt, während der Kurs des Unternehmens auf 40 Euro sinkt, steht die Dividendenrendite nämlich plötzlich bei fünf statt 2,5 Prozent - ohne, dass die Zahlung an die Anleger erhöht wird.

Geringe Dividende ist kein Ausschlusskriterium

Ein Unternehmen, das nur eine geringe Dividende ausschüttet, muss für potentielle Anleger nicht uninteressant sein. Vor allem junge Firmen zahlen zu Beginn oft weniger an ihre Miteigentümer aus, um mehr investieren zu können und so schneller zu wachsen. Langfristig profitieren die Aktionäre davon wieder.

Natürlich ist auch der umgekehrte Fall möglich. Ein Unternehmen schüttet zwar momentan eine hohe Dividende aus, kann in den Folgejahren aber nur einen verminderten Betrag auszahlen - oder muss sogar komplett passen. Anleger sollten sich nicht von einer einmalig hohen Ausschüttung täuschen lassen. Um diese richtig einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf das das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie. Es setzt, wie der Name schon sagt, Kurs und Gewinn in Bezug. Je niedriger das KGV, desto besser (weitere Informationen zu den wichtigsten Kennzahlen für Aktien finden Sie hier).

Der vermeintlich schlaue Zug, kurz vor dem Tag der Dividendenausschüttung schnell die entsprechenden Aktien einzukaufen und sie danach direkt wieder zu verkaufen, funktioniert im Übrigen nicht. Nach der Auszahlung der Dividenden sinkt der Kurs der Unternehmen in der Regel nämlich genau um den Betrag der Ausschüttung - so leicht lässt sich die Börse nicht austricksen.