Adriana Karembeu Ein Model an der Börse

Adriana Karembeu ist Topmodel und Noch-Gattin eines französischen Fußball-Weltmeisters - und steht dank der Länge ihrer Beine im Guinness-Buch der Rekorde. Jetzt bringt sie ihre Kosmetikfirma an die Börse. Ein gewagtes Unterfangen.

Von Michael Kläsgen

Langweilig war das Leben von Adriana Karembeu nie, in diesen Wochen überschlagen sich aber die Ereignisse. Anfang März trennte sich die 39-Jährige von ihrem Mann Christian Karembeu, dem ehemaligen französischen Fußball-Nationalspieler. Kurz darauf schied das ehemalige Topmodel im Halbfinale des TV-Tanzwettbewerbs "Danse avec les stars" - ähnlich dem deutschen "Let's dance" - aus. Gewiss ein weniger einschneidendes Ereignis, dafür aber eines, das Millionen Zuschauer am Bildschirm verfolgten.

Die gebürtige Slowakin Adriana Karembeu war einst Topmodel und Fußballer-Gattin - jetzt bringt sie ihre Kosmetikfirma an die Börse.

(Foto: dpa)

An diesem Donnerstag startete ein neues, ganz anderes Abenteuer: der Börsengang ihrer Kosmetikfirma Adriana Karembeu Diffusion (AKD). Ob sie damit Erfolg hat, ist nicht sicher. AKD schrieb im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von gut 900.000 Euro einen Verlust von 382.000 Euro. Bis Ende des Monats läuft die Zeichnungsfrist.

Für Karembeu war die Firma bisher ein Zuschussgeschäft. Jetzt will sie Geld an der Börse sammeln, insgesamt 1,3 Millionen Euro. Um die Aktionäre zu überzeugen, begab sie sich persönlich in die historischen Hallen der Pariser Börse und ließ ihren Charme spielen. Zumindest missglückte der Auftritt nicht. Karembeu ist das Licht der Öffentlichkeit gewohnt. Sie sprach vor allem über das "Wundermittel" in den Kosmetika ihrer Firma: Silizium - ein Stoff, der sich in Kieselerde findet und der Haut, Haare und Nägel wunderbar verjüngen soll. Ein althergebrachtes Mittel, dessen Wirkung umstritten ist.

Auf die Frage, ob sie nun ihre Karriere als Mannequin an den Nagel hängen werde, antwortete die gebürtige Slowakin: "Was meinen Sie, wovon ich dann leben soll?" Das klang schlagfertig und ehrlich, war aber nicht ganz ernst gemeint. Karembeu hat viele Einkommensquellen und ist längst Geschäftsfrau. Seit zehn Jahren betreibt sie mit Partnern die Bio-Fast-Food-Kette Deli's Cafe.

Die Kosmetikfirma AKD gründete sie vor sechs Jahren mit dem Unternehmer Alain Legout, der die Firma leitet. Sie ist dessen Stellvertreterin. Ihr Noch-Ehemann Christian Karembeu, Fußball-Weltmeister von 1998, hat den Posten des Vizepräsidenten im Verwaltungsrat übernommen. Ihre Schwester berät sie in Rechtsfragen. Wenn demnächst Aktionäre mitreden, könnte sich das alles ändern.

2006 die Sexbombe der Welt

Ohne Frage aber spielt die Familie in ihrem Leben eine große Rolle. Eigentlich wollte sie Ärztin werden wie ihre Mutter, eine Ernährungsberaterin, die ausgesehen habe wie "Marilyn Monroe im weißen Kittel". Karembeu studierte Medizin in Prag und wurde eines Tages von einem Model-Agenten entdeckt. Sie wollte zunächst ablehnen, aber ihr Vater riet ihr zu.

Bald warb sie für Dessous-Marken wie Wonderbra und Victoria's Secret. Das Männermagazin FHM kürte sie 2006 zur größten Sexbombe der Welt. Die Länge ihrer Beine (1,26 Meter) verschaffte ihr eine Erwähnung im Guinness-Buch der Rekorde. In Kinofilmen spielte sie auch, resignierte aber: "Ich hätte gern in weiteren Filmen gespielt, aber mir wurden fast nur die Rollen der Blondinen mit den großen Brüsten angeboten."

Mit einem auffällig umfangreichen sozialen Engagement scheint Karembeu denn auch einen Kontrapunkt zu dem Bild des blonden Dummchens setzen zu wollen. Sie ist Botschafterin des französischen Roten Kreuzes, engagiert sich gegen den Einsatz von Landminen, fährt mit den Sanitätern nachts durch Paris, sorgt sich um Kinder in Afrika und wirbt für Frauenfußball. "Mein Körper war immer meine Geschäftsgrundlage", erklärte sie nun, "ich habe mich wie ein Produkt betrachtet. Jetzt will ich ein normaleres Leben beginnen." Als Geschäftsfrau.

Model, Managerin, Trikotjägerin

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