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Wikileaks-Kontroverse:Angriff auf die Angreifer

Über das umstrittene Internetforum 4chan orchestrierten Wikileaks-Sympathisanten Attacken auf Seiten von Paypal oder Mastercard. Nun steht die Seite selbst unter Beschuss.

Wo der Name 4chan fällt, ist die Kontroverse nicht weit: Das Internetforum ist nicht nur dafür bekannt, Trends im Netz zu schaffen, sondern auch Ausgangspunkt für gemeine Späße und Cyber-Mobbing im Schutz der Anonymität.

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Jüngst erhielt die dort verwurzelte lose Gruppe "Anonymous" weltweite Aufmerksamkeit, weil sie mit einer konzertierten Aktion die Internetseiten von Bezahldiensten wie Mastercard oder Paypal für kurze Zeit lahmlegten. Diese hatten die Konten der Enthüllungsplattform Wikileaks gesperrt und sich damit den Zorn der Nutzer zugezogen.

Am Mittwoch wurde 4chan nun selbst Opfer einer solchen Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS), bei der tausende Computer gleichzeitig einen Server mit Anfragen bombardieren und ihn so zum Absturz bringen. Am Mittwoch fiel die Seite über einen Zeitraum von 24 Stunden immer wieder aus oder war nur schwer erreichbar.

In einer Statusmeldung hieß es: "Die Seite ist offline wegen DDos. Wir treten nun in den Kreis von mastercard, Visa, Paypal und anderen ein - ein exklusiver Club!"

Die Seite ist inzwischen wieder online, wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Der bekannte Hacktivist "Jester", der vor einigen Wochen Wikileaks mit einer DDoS-Attacke kurzfristig lahmlegte und als Gegner der Seite gilt, hat eine Beteiligung dementiert.

Es durchaus möglich, dass 4chan-Mitglieder selbst hinter der Aktion stecken. Allerdings hat 4chan im Netz Feinde genug: Erst jüngst lieferten sich Foren-Mitglieder einen Internet-Schlagabtausch mit Nutzern der Microblogging-Plattform Tumblr.