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Virtuelle Welten:Schummrigkeit beim Aufsetzen der Brille

Die dreidimensionalen Ansichten werden bei diesen Systemen durch leicht versetzte Bilder erreicht, die man den Augen vorsetzt. Doch wenn man durch eine Brille auf die reale Welt blickt, gibt es Dinge, die näher am Betrachter sind und solche, die sich weiter weg befinden. Fokussiert man auf Gegenstände in der Nähe, wird der Hintergrund unscharf und umgekehrt. Die Projektionen dagegen verändern sich nicht - ein Grund, weshalb manchen Nutzern schummrig wird, wenn sie eine solche Brille aufhaben.

Beim Projekt der Firma Magic Leap soll auch das behoben sein. Denn diese Brille, die mit einer anderen Technik arbeitet, erfasst den Weg, den die Lichtstrahlen nehmen und zudem, wohin der Blick des Nutzer sich gerade richtet. Google, Qualcomm und andere Investoren unterstützen das Wrap genannte und technisch sehr anspruchsvolle Projekt.

Begriffe

Google Glass, Oculus Rift, Microsoft Hololens, und so weiter - viele Produkte, zwei Begriffe: Virtual Reality und Augmented Reality. Der Unterschied ist eigentlich recht einfach: Virtual Reality soll der Realität eine digitale Alternative gegenüberstellen. Deshalb ist sie auch hauptsächlich für die Unterhaltungsindustrie interessant, während praktische Anwendungsideen wie virtuelle Arztbesuche bislang noch wenig verlockend klingen. Bei Augmented Reality hingegen ist das einfacher. Sie soll den Nutzer nicht von der Realität trennen, sondern diese mit zusätzlichen Informationen anreichern. Deshalb fällt es auch leichter, praktische Anwendungsideen für Augmented Reality zu entwickeln: Ein digitaler Reiseführer versieht Sehenswürdigkeiten mit historischen Daten oder zeigt in Rom gleich ein restauriertes Kolosseum. Komplette Bedienungsanleitungen erscheinen neben den Knöpfen komplexer Geräte. Und im OP-Saal der Zukunft markiert eine rote Linie für den Chirurgen exakt jene Stelle, an der er sein Skalpell ansetzen muss. Matthias Huber

An vielen solchen Zukunftsprojekten, die auch die Autohersteller brennend interessieren, ist auch die Münchner Firma Metaio beteiligt, die an den Grundlagen derartiger Techniken forscht und Technologiepartner zahlreicher Anwendungen ist, die bereits auf dem Markt sind. Viel Bewegung erwartet Matthias Greiner von Metaio im Handel, etwa bei der Produkterkennung mittels Smartphone oder auch bei der internen Navigation in Supermärkten.

Um Bewegung im wahrsten Sinne des Wortes geht es bei einem EU-geförderten Projekt, bei dem Sportler gegeneinander antreten können, obwohl der eine zum Beispiel auf einem Laufband unterwegs ist, der andere aber draußen in der realen Welt. Der Läufer draußen bekommt seine Gegner auf einer Brille eingeblendet, für die Indoor-Teilnehmer wird die echte Welt virtuell nachgebildet und auf eine Brille übertragen.

Das kann bei der Motivation helfen. Ob sich auch der Geschmackssinn täuschen lässt, wird man abwarten müssen. Beim "Project Nourished" geht es darum, im 3-D-Drucker synthetisch hergestellte Glibber-Nahrung mittels einer Brille wie ein Steak oder wie Sushi aussehen zu lassen. Na dann, Mahlzeit!