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Spiele der Gamescom:Für Explosionen ist immer genug Treibstoff da

Virtual Reality fürs Handy, Krawumm mit "Mad Max" und die Rückkehr des "Master of Orion": die Spiele der Gamescom 2015 im Überblick.

Von Matthias Huber, Köln

8 Bilder

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Quelle: AFP

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Es ist die größte Computerspielmesse der Welt: 700 Aussteller zeigten den mehr als 300 000 Besuchern auf der Gamescom in Köln ihre kommenden Titel - vom Virtual-Reality-Spiel für das Handy bis hin zur epischen Weltraumsimulation. Die kommenden Spiele-Highlights im Schnellcheck.

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Quelle: CCP/PR

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Eve Gunjack

Der kleine Bruder für das Handy: Während "Eve Valkyrie" die große Raumkampf-Simulation des isländischen Entwicklerstudios CCP werden soll, ist "Eve Gunjack" der simple Ballerspaß für zwischendurch. Der Spieler sitzt im Cockpit eines Raumschiffs, dessen Bewegungen der Computer steuert. Er ist nur dafür verantwortlich, die anfliegenden Gegnerstaffel anzuvisieren und abzudrücken.

Der Clou dieses sogenannten On-Rails-Shooters: "Eve Gunjack" wird eines der ersten Spiele für das Samsung Gear VR sein, das Virtual-Reality-Headset, das den Handy-Bildschirm zum Rundum-Erlebnis macht. Der Spieler packt dazu sein Telefon in die Halterung am Kopfgestell, das Handy errechnet ab sofort ein dreidimensionales Bild. Mit seiner Blickrichtung steuert der Spieler den Geschützturm, ein Tippen mit der Fingerspitze an die Seite der Brille löst einen Schuss aus. Technisch ist das Erlebnis beeindruckend. Aber ob das wirklich die Partie "Angry Birds" auf dem Weg zur Arbeit ablösen kann?

Eve Gunjack soll 2015 im Handel erhältlich sein.

Anno 2205: Größere Städte und noch mehr Details

Quelle: dpa-tmn

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Anno 2205

Die "Anno"-Spielreihe des deutschen Entwicklerstudios Blue Byte wagt sich mit der Jahreszahl 2205 auf den Mond vor. Schon der Vorgänger, "Anno 2070", spielte in einer Zukunft nach einer massiven Klimaerwärmung. 2205 scheint die Menschheit immer noch mit diesem Problem zu kämpfen. Inzwischen ist auch die Arktis dicht besiedelt, gewaltige Klimakontrollmaschinen sorgen dafür, dass es für die Pixelmenschen dort trotzdem aushaltbar bleibt.

Die Reise zum Mond ersetzt aber nicht das hemmungslose Siedeln auf der Erde, mit dem die Reihe berühmt wurde. Anstatt nur in einer Region kann der Spieler jetzt mehrere Karten gleichzeitig bebauen und die verschiedenen Kolonien miteinander Handel treiben lassen. Wer also einen bestimmten Rohstoff in einer Kolonie bereits ausreichend produziert, kann ein neues Spiel beginnen und sich die Ressource einfach liefern lassen. "Was dort mehrere Stunden gedauert hat, geht jetzt in zehn Minuten", sagt einer der Entwickler. "Wir wollen nicht, dass man immer wieder die gleichen Aufgaben lösen muss." "Anno 2205" ist bereits das achte Spiel der Reihe.

Anno 2205 soll ab 3. November 2015 im Handel erhältlich sein.

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Quelle: Square Enix/PR

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Just Cause 3

Warum nicht mal einfach einen Traktor stehlen? Dabei hätte die Mittelmeerinsel so viel mehr zu bieten: Sportwagen, Panzer, Helikopter, Kampfjets, Schnellboote ... Aber manchmal muss es einfach der Traktor sein. Es mag in "Just Cause 3" vordergründig darum gehen, eine Diktatur zu stürzen. Aber eigentlich wollen hier alle doch nur spielen.

Der Held, ein gewisser Haudrauf namens Rico Rodriguez, ist nicht an die Gesetze der Physik gebunden. Er rauscht im Wingsuit durch die Lüfte und dreht munter seine Loopings, während das Maschinengewehrfeuer der Feinde um ihn herum wirkungslos verpufft. Aus einem fahrenden Auto springt er einfach heraus, lässt es in seine Gegner hineinrauschen und krachend explodieren. Oder er schießt mit seinem Kletterhaken auf einen vorbeifliegenden Düsenjet und reist als blinder Passagier auf dem Flügel mit.

Kurz: "Just Cause 3" mag aussehen, als hätte sich Actionregisseur Michael Bay an einer Version von GTA versucht. Vor allem aber geht es in dem Spiel um eines: Möglichst spektakuläre Stunts und Explosionen verursachen. Gerne auch mal mit einem Traktor.

Just Cause 3 soll ab 1. Dezember 2015 im Handel erhältlich sein.

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Quelle: Warner/PR

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Mad Max

"Batman: Arkham Knight", "Schatten von Mordor" - und jetzt auch noch "Mad Max"? So viel Spaß das nahezu perfekte Kampfsystem der erfolgreichen Spiele von Warner auch macht: Allmählich droht die bewährte Formel, ihren Reiz zu verlieren - selbst mit dem Erfolg des jüngsten "Mad-Max"-Kinofilms im Rücken.

Damit das nicht passiert, soll ein weiterer Fokus des kommenden Actionspiels auf den Kampf im, mit und auf dem Fahrzeug liegen. Titelheld Max nennt das Auto, mit dem er in die postapokalyptischen Wüstenschlachten zieht, liebevoll "Magnum Opus". Von der Ladefläche schießt sein Gefährte beispielsweise Harpunen oder Raketen ab, kommt ein Gegner auf einem Motorrad zu nahe, kann Max mit der bewährten Schrotflinte eingreifen. Ein Rammbock und ausreichend fahrerisches Geschick sorgen dafür, dass heranbrausende Gegner sich zweimal überlegen, ob sie sich wirklich auf eine Kollision mit dem Ungetüm aus Blech und Stahl einlassen. So knapp können die Benzinressourcen des sterbenden Planeten nämlich kaum sein: Für beeindruckende Explosionen ist immer noch genug Treibstoff da.

Mad Max soll ab 1. September 2015 im Handel erhältlich sein.

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Quelle: Paradox Interactive/PR

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Stellaris

Es gibt Menschen, die sich weigern, die Strategiespiele von Paradox Interactive noch als Spiele zu bezeichnen. Titel wie "Europa Universalis" oder "Crusader Kings" erschlagen den Spieler beinahe mit ihrer Komplexität, ein kleiner taktischer Fehler kann noch Stunden später verheerende Auswirkungen haben.

In "Stellaris" versucht der Spieler jetzt erstmals, nicht mehr irdische Königreiche zu erobern, sondern ein interstellares Imperium aufzubauen. Er erforscht neue Sonnensysteme und Planeten, lernt fremde Welten und Rassen kennen, und begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung der eigenen Spezies. Das Universum wird bei jedem Spielstart neu generiert, Story-Ereignisse wie die Entdeckung einer untergegangenen Zivilisation auf einem Nachbarplaneten sollen den Forscherdrang der Spieler beflügeln.

Und am Ende soll die Herrschaft über die Galaxie stehen. "Stellaris" ist aber nicht der einzige auf der Gamescom vorgestellte Titel, der sich am "Civilization in Space"-Spielprinzip versucht ...

Stellaris soll ab 2016 im Handel erhältlich sein.

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Quelle: Wargaming/PR

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Master of Orion

... denn die weißrussische Spielefirma Wargaming schickt einen ganz ähnlichen Titel ins Rennen - und hat sich den wohl bekanntesten Namen eingekauft, den das Genre zu bieten hat. "Master of Orion" ist das Remake eines Strategiespiel-Klassikers aus dem Jahr 1993, der unter Genre-Liebhabern heute noch als einer der besten Vertreter seiner Art gilt.

Auch hier entscheidet sich der Spieler zu Beginn für eine von mehreren Alien-Rassen und versucht, seine Zivilisation bis zur galaktischen Vorherrschaft aufzubauen. Die Spielwelt ist ebenfalls zufallsgeneriert, über einen Zahlenwert können aber auch ganz gezielt die Startbedigungen eines vorherigen Spiels wiederhergestellt werden.

Und was sagt man bei Wargaming, einer Firma, die eigentlich auf Online-Actionspiele spezialisiert ist, zur Konkurrenz durch die Strategiespiel-Spezialisten Paradox? "Wir haben fünf Programmierer aus dem alten 'Master-of-Orion'-Team als Berater an Bord", sagt Ingo Horn, nach eigenen Angaben ein "Master-of-Orion"-Fan der ersten Stunde. "Und wir haben diesen Titel, den jeder kennt und liebt."

Master of Orion soll ab 2016 im Handel erhältlich sein.

© SZ.de/jobr
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