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Software für das Apple-Smartphone:Zehn iPhone-Apps, die wirklich helfen

Ob Fahrplanauskunft, Fernbedienung oder Scanner: Erst die Apps machen das iPhone zum digitalen Schweizer Taschenmesser. Eine Auswahl der besten Programme

Michael König.

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iPhone App DropBox

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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Mehr als 200.000 Mini-Programme für das iPhone finden sich in Apples iTunes-Laden. Dabei geht schnell unter, welche Apps wirklich für den persönlichen Gebrauch in Frage kommen. sueddeutsche.de hat eine Liste mit hilfreicher iPhone-Software zusammengestellt - unvollständig, subjektiv, aber garantiert nützlich.

Welche App können Sie empfehlen? Schreiben Sie eine kurze Mail an computer-online(at)sueddeutsche.de oder empfehlen Sie uns ein Programm mit kurzer Begründung per Twitter an @sz_digital.

Dropbox

Was kann das?

Eigentlich ist Dropbox mehr als eine iPhone-App, nämlich ein Dienst, der es seinen Nutzern erlaubt, ihre Daten auf einer virtuellen Festplatte im Netz, der sogenannten Cloud, zu speichern. Derlei Dienste gibt es viele, aber kaum einer ist so schön und benutzerfreundlich wie Dropbox.

Wo früher einmal Disketten und später USB-Sticks hin- und hergetragen werden mussten, beispielsweise zwischen Büro-Rechner und Privat-Mac, sorgt Dropbox nun dafür, dass alle Dateien immer auf dem gleichen Stand sind. Egal, wo sie aufgerufen und abgespeichert werden. Die virtuelle Festplatte lässt sich über eine Software erreichen (auf dem Privatrechner), über den Internetbrowser (im Büro) oder über die App auf dem iPhone, wo der Dienst in einem schlichten, funktionellen Design daherkommt, das auch diejenigen Besitzer schnell verstehen werden, die Cloud für ein Wetterphänomen halten.

Wer braucht das?

Wer an verschiedenen Computern arbeitet, bestimmte Daten aber immer zur Hand haben will, wird Dropbox lieben. Wer darüber hinaus auch im Zug, im Bus oder beim Zahnarzt im Wartezimmer Zugriff auf seine Dateien haben möchte, sollte die iPhone-App installieren. Praktisches Anwendungsbeispiel: Es soll Menschen geben, die sich eine Datei mit Kochrezepten in die Dropbox legen - und dann im Supermarkt schnell prüfen können, wie viele Eier in eine Quiche Lorraine gehören.

Was kostet das?

Dropbox ist gratis und bietet zwei Gigabyte Speicher. Das reicht für sehr viele Kochrezepte. Wer mehr Platz braucht, kann auf 50 oder 100 Gigabyte erweitern - zahlt dann aber auch entsprechende Abo-Gebühren.

iPhone App DB Navigator

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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DB Navigator

Was kann das?

Die Deutsche Bahn ist in der jüngeren Vergangenheit wahrlich nicht als besonders serviceorientiertes Unternehmen aufgefallen - wer im Sommer in einem ICE mit schwächelnder Klimaanlage saß, kann ein Lied davon singen. Soeben hat der Konzern angekündigt, 330 Millionen Euro in Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit zu stecken. Wetten, dass nur ein Bruchteil der Summe in die Weiterentwicklung der iPhone-App DB Navigator fließen wird? Die hat das nämlich gar nicht nötig, sie ist für Bahnverhältnisse beinahe erschreckend perfekt.

Den nächstgelegenen Bahnhof suchen, eine Zugverbindung auswählen, Alternativen prüfen - das alles geschieht reibungslos, einfach in der Bedienung und ist durchaus hübsch anzuschauen. Verspätungen werden zeitnah gemeldet, als Schmankerl gibt es außerdem einen Abfahrts- und Ankunftsmonitor sowie eine Favoritenliste für häufig gewählte Verbindungen. Einziges Manko: Der Ticketpreis wird nicht angezeigt.

Wer braucht das?

Berufsreisende, Pendler, Fernbeziehungsliebende und Bahn-Enthusiasten sollten einen Blick riskieren. Die Bahn wird dadurch nicht pünktlicher, aber wenn der ICE wieder einmal Verspätung hat, kann man zumindest schon während der Fahrt nach Anschlusszügen suchen.

Was kostet das?

DB Navigator ist eine Gratis-App und kostet somit: gar nichts. Eine kostenpflichtige Version, mit der sich im Sommer die Klimaanlage reanimieren lässt, ist allem Anschein nach nicht in Planung. Schade.

iPhone App Off Maps

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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OffMaps

Was kann das?

Diese App ist ein Stadtplan. Das mag im Zeitalter von Google Maps ein bisschen altmodisch klingen, aber für Google Maps braucht man eine Internetverbindung. Und die kann dank Roaminggebühren im Ausland so teuer werden, dass sich der Begriff "Halsabschneiderei" aufdrängt. Deshalb OffMaps, der Stadtplan der Neuzeit: speichert Kartenausschnitte auf dem iPhone und macht sie offline zugänglich. Die Detailstufen der Karten lassen sich anpassen, je genauer, desto länger lädt die App. Die Daten basieren auf OpenStreetMap, einer Art Wikipedia für Geodaten.

Die Kartenausschnitte lassen sich frei wählen, alternativ können "Guides" heruntergeladen werden, die den Funktionsempfang erweitern und beispielsweise Routenplanung möglich machen. Damit hat der Nutzer im Ausland alle Daten an der Hand, die er auch bei Google Maps bekommen würde. Nur eben ohne Halsabschneiderei.

Wer braucht das?

Touristen, Städtereisende, Orientierungslose, Tramper. Alle, die sich vor dem Antritt ihrer Reise Gedanken machen - also dann, wenn noch keine Roaminggebühren anfallen.

Was kostet das?

Die App kostet 1,59 Euro. Das Speichern von Karten ist kostenlos, zwei Guides sind im Preis inbegriffen. Drei weitere Guides schlagen mit 0,79 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Für ein Megabyte Datenverkehr fallen bei manchen Mobilfunkanbietern zwei Euro Roaminggebühren an.

iPhone App Genius

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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Genius Scan

Was kann das?

Die Kamera des iPhones ist mit jedem neuen Modell immer besser geworden, und im Gleichschritt wurde auch die passende Software immer ausgeklügelter. Genius Scan ist nun die Krone der Schöpfung auf diesem Gebiet: Es ist eine App, die Dokumente scannen kann. Der Benutzer macht ein Foto von einem Dokument, beispielsweise von seinem Personalausweis. Er muss das Handy dafür nicht besonders gerade halten, denn kaum ist das Foto geschossen, legt Genius Scan ein Raster darüber, das vom Nutzer an das Format des Personlausweises angepasst werden kann.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die Software schneidet das Bild dann entsprechend zu und entzerrt es. Heraus kommt die perfekte Kopie, die nachbearbeitet, gespeichert und verschickt werden kann. Sie macht also nichts anderes als ein Flachbettscanner anno 1990 - nur eleganter.

Wer braucht das?

Jeder, der schon mal in der Verlegenheit war, auf die Schnelle eine Kopie seines Personal-, Studenten- oder Presseausweises verschicken zu müssen, wird Genius Scan lieben.

Was kostet das?

Keinen Cent.

iPhone App Bump

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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Bump

Was kann das?

Treffen sich zwei Geschäftsleute. Beide ziehen ihr iPhone, schütteln es kurz - und schon haben Sie ihre Kontakdaten ausgetauscht: Telefonnummern, Adressen, je nach Wunsch auch Fotos und Facebook- oder Xing-Konten. Und das ganz ohne Visitenkarten, die ohnehin nur in Sakkotaschen verschwinden, als Brei aus der Waschmaschine kommen oder als Zahnstocher nach dem Essen herhalten müssen, wenn niemand guckt. Und auch ganz ohne lästiges Nummern-Aufsagen und E-Mail-Adressen-Buchstabieren. Bump braucht dafür nur eine Internetverbindung. Und zwei Menschen, die gleichzeitig ihr iPhone schütteln

Wer braucht das?

Menschen ohne Visitenkarten. Oder solche mit einem Hang zu Zahlendrehern. Oder mit komplizierten Nachnamen, die des Buchstabierens müde sind.

Was kostet das?

Nur ein müdes Lächeln und ein paar Sekunden Ladezeit. Auch für Android-Handys erhältlich.

iPhone App Around Me

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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AroundMe

Was kann das?

In Apples Programm-Supermarkt App Store wird AroundMe in der Kategorie "Lifestyle" geführt, was der Sache nicht gerecht wird. Diese App ist gerade für Besucher fremder Städte eine Art digitales Schweizer Taschenmesser. Dank GPS ermittelt sie den Standort und zeigt dann auf Wunsch Apotheken, Banken, Bars, Hotels, Kinos, Krankenhäuser, Parkplätze, Restaurants, Tankstellen und Theater in der Nähe an - um nur eine Auswahl zu nennen.

Die Treffer können übersichtlich als Liste angezeigt werden (mit Entfernungsangabe) oder tauchen auf Wunsch als rote Stecknadeln in einer Karte auf. Damit ist AroundMe wohl der App gewordene Wunschtraum der Erfinder der Gelben Seiten.

Wer braucht das?

Touristen oder Zuagroaste, wie man in Bayern sagt. Also all jene, die neu in der Stadt sind und trotzdem nicht auf die Güte der Einheimischen angewiesen sein wollen, wenn es um den Weg zum nächsten Krankenhaus geht. Vom Redaktionsgebäude der SZ sind es übrigens zwei Kilometer. Gut zu wissen.

Was kostet das?

AroundMe ist ebenfalls gratis und kostet allenfalls die Mühe, die "Statistik-Option" auszuschalten. Sonst sammelt die App nämlich "Informationen über die Benutzeraktivitäten", was manch ein Benutzer womöglich nicht so gerne hat. Auch für Android-Handys erhältlich.

iPhone App MVG Fahrinfo

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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MVG FahrInfo

Was kann das?

Die App steht stellvertretend für viele Apps gleicher Bauart, die in anderen Städten eingesetzt werden können. MVG FahrInfo funktioniert in München, und wir haben sie ausgewählt, weil München der Nabel der Welt ist und die App ganz besonders gelungen ist. Ähnlich wie das Programm der Deutschen Bahn weist sie dem Nutzer den Weg durch den Nahverkehrsdschungel - nur stärker regionalisiert und noch etwas hübscher als beim ehemaligen Staatskonzern.

Dank GPS erkennt die Software den Standort und schlägt die nächstgelegene Bus-, Tram-, U-Bahn- oder S-Bahnstation vor. Dann zeigt sie grafisch an, ob es reicht, dorthin zu bummeln, oder ob ein kurzer Sprint angesagt ist. Und damit sich der Nutzer garantiert nicht verläuft, erlaubt sie es, die Kamera einzuschalten - im Bild werden dann die Stationen angezeigt, die in der jeweiligen Richtung liegen.

Wer braucht das?

Tendenziell alle, die weniger Wartezeit an Haltestellen verbringen wollen, weil ihnen die Tram vor der Nase weggefahren ist. Sowie alle, die den Fahrplan des Münchner Nahverkehrs nicht vollständig im Kopf haben. Kurzum: alle, die sich im öffentlichen Personennahverkehr bewegen.

Was kostet das?

Hier kommt das wichtigste Argument für die App: Sie ist kostenlos.

iPhone App Remote

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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Remote

Was kann das?

Hier ein Zitat aus dem App Store, das in seiner Schlichtheit der Effizienz sehr nahe kommt, die dieses Stückchen Software auszeichnet: "Mit Remote können Sie die Musik auf Ihrem Computer oder Apple TV über Ihren iPod Touch oder Ihr iPhone steuern." Das funktioniert via WLAN und fühlt sich vom Bedienkomfort haargenau so an, als würde man seinen iPod bedienen. Was kein Wunder ist, denn die Remote-App stammt aus dem Hause Apple.

Wer braucht das?

Die Frage müsste in diesem Fall lauten: Wer braucht das nicht? Weil viele Menschen inzwischen ihre komplette Plattensammlung auf dem Computer speichern und iPhone-Nutzer ohnehin dazu tendieren, iTunes zum Abspielen ihrer Musik zu benutzen, ist so eine Fernbedienung in Form einer App ein nützliches Helferlein. Praktisches Anwendungsbeispiel: Beim Pokerabend steht der mit Musik gefütterte Computer im Arbeitszimmer, der Pokertisch samt Stereoanlage aber im Wohnzimmer. Statt nun aufzustehen, um die Musik zu ändern - in manchen Spielsituationen ist etwas Dramatik gefragt -, rührt der iPhone-Nutzer nur einen Finger und schaltet per Remote-App zwei Lieder weiter, bis Spiel mir das Lied vom Tod aus den Boxen dröhnt.

Was kostet das?

Nichts.

iPhone App Flight Control

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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FlightControl

Was kann das?

Zugegeben, unter den "nützlichsten Apps" hat FlightControl eigentlich keinen Platz verdient. Aber es macht einen Riesenspaß, manche sagen: Es macht süchtig. FlightControl ist ein Spiel, bei dem Flugzeuge und Helikopter sicher zu ihrem Landeplatz gelotst werden müssen. Zu sehen ist ein Flughafen aus der Vogelperspektive in kindlicher Optik.

Es gibt je nach Level mehrere Landemöglichkeiten, mindestens jedoch drei: Eine für Jumbojets, eine für Propellerflugzeuge und eine für Helikopter. Anfangs tauchen die Maschinen nach und nach am Bildrand auf und wollen mit dem Finger auf den richtigen Kurs geführt werden, später steigt die Frequenz und Anzahl der Fluggeräte rapide an. Für jede gelandete Maschine gibt es Punkte. Berühren sich zwei Maschinen in der Luft, heißt es "Game Over" - fast wie im richtigen Leben.

Wer braucht das?

Bahnreisende mit zwei Stunden Aufenthalt am Duisburger Hauptbahnhof, bei Dauerregen. Angehende Fluglotsen. Und alle anderen, die auf höchst amüsante und halbwegs anspruchsvolle Art ein bisschen Zeit totschlagen wollen.

Was kostet das?

79 Cent.

iPhone App Sparkasse

Quelle: Screenshot: iPhone-App

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S-Banking

Was kann das?

Die Haus- und Hofsoftware der Sparkasse bringt Online-Banking auf das iPhone. Dabei ist die App offen für die Konkurrenz: Es können beliebig viele Konten verschiedener Banken verwaltet werden - und zwar die Gesamtsalden, einzelne Umsätze und Überweisungen. Vorausgesetzt, die jeweilige Bank lässt das zu - was laut Hersteller aber bei vielen deutschen Geldinstituten der Fall ist.

Wer braucht das?

Alle, die unterwegs ihre finanzielle Situation überprüfen wollen - was bei einem Einkaufsbummel hilfreich sein kann, unter Umständen aber auch bei einem Oktoberfestbesuch. Oder wenn der beste Freund beim Feierabendbier plötzlich offenbart, dass er sich dringend einen hohen vierstelligen Geldbetrag borgen muss.

Was kostet das?

79 Cent und ein bisschen Mut, um seine Kontodaten in ein mobiles Gerät einzugeben, das jederzeit gestohlen werden könnte. Wobei der Hersteller der App mehrere Sicherheitsmaßnahmen eingebaut hat, die iPhone-Banking ohne Reue erlauben sollen: So muss bei jedem Start der Software ein Kennwort eingegeben werden. Bei einer Überweisung ist dann wie auch im Internet die Eingabe der PIN- und TAN-Nummer vonnöten.

Welche App können Sie empfehlen? Schreiben Sie eine kurze Mail an computer-online(at)sueddeutsche.de oder empfehlen Sie uns ein Programm per Twitter an @sz_digital

© sueddeutsche.de/joku

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