bedeckt München 15°

Selbstfahrende Autos:Google-Wagen in Unfälle verwickelt

Google Celebrates 15th Anniversary As Company Reaches $290 Billion Market Value

Eine noch bemannte Version: Ein Google-Auto auf einer kalifornischen Straße.

(Foto: Bloomberg)
  • Die selbstfahrenden Autos von Google waren seit Beginn ihrer Testphase vor sechs Jahren in elf Unfälle verwickelt.
  • Der Konzern betont, sie seien in keinem dieser Fälle der Unfallverursacher gewesen.
  • Die Roboterautos könnten womöglich schon 2020 zum alltäglichen Straßenbild gehören.

Elf Unfälle in sechs Jahren

In sechs Jahren waren Googles Roboterwagen in elf kleinere Unfälle verwickelt - aber "nicht einmal Grund für den Zwischenfall", teilte Projektchef Chris Urmson in einem Online-Beitrag mit. Schuld seien die anderen Verkehrsteilnehmer gewesen.

Google Google präsentiert Auto ohne Bremspedal und Lenkrad
Intelligente Fahrzeuge

Google präsentiert Auto ohne Bremspedal und Lenkrad

Mit 40 Kilometern pro Stunde sollen Googles selbstfahrende Autos ihre Passagiere durch die Stadt fahren - ohne menschliches Zutun. Jetzt präsentiert das Unternehmen die ersten Prototypen. Die bewegen sich völlig eigenständig und haben eine Schaumschnauze, um Passantenknochen zu schonen.   Von Hakan Tanriverdi

Die Google-Fahrzeuge nehmen seit einer Weile testweise am Verkehr in den USA teil. Die Testflotte von mehr als 20 Autos soll inzwischen mehr als 2,7 Millionen Kilometer gefahren sein, davon etwa 1,6 Millionen Kilometer im autonomen Betrieb.

Google: Unfälle "unvermeidbar"

Bei den Unfällen habe es keine Verletzte gegeben, so Urmson. Sieben Mal seien andere Fahrer auf die Google-Wagen aufgefahren. Ansonsten seien sie an der Seite gestreift worden und bei einem Zusammenstoß sei ein anderes Auto an einem Stoppschild vorbeigerollt: "Obwohl wir uns wünschen, dass wir alle Unfälle vermeiden, werden manche eben unvermeidbar sein".

Autonomes Fahren Zum passiven Beifahrer degradiert
Analyse
Selbstfahrende Autos

Zum passiven Beifahrer degradiert

Alle Welt schwadroniert über das autonome Fahren. Doch eine Studie zeigt: Autofahrer haben große Vorbehalte gegenüber der neuen Technik. Und dahinter steckt viel mehr als die chronische Vertrauenskrise zwischen Mensch und Maschine.   Von Joachim Becker

Dies sei eine wichtige Erkenntnis für Städte und Gemeinden mit selbstfahrenden Autos auf den Straßen. Urmson erläuterte nicht, ob die elf Unfälle sich ereigneten, als die Autos nur vom Computer gelenkt wurden. Teilweise sitzen in der Testflotte noch Fahrer, die im Notfall eingreifen können. Das US-Verkehrsministerium zählte 2013 insgesamt etwa 32 700 Verkehrstote und etwa 2,3 Millionen Verletzte auf den Straßen ( detailierte Zahlen in diesem Pdf).

Empörung bei Verbraucherschützern

Google Wer auf die Sitze ascht, stirbt
Selbstfahrende Autos im Film

Wer auf die Sitze ascht, stirbt

Lange vor Google beschäftigte sich Hollywood mit selbstfahrenden Autos. Eine kleine Kulturgeschichte von KITT über das Batmobil bis zu "Christine", dem tödlichen Pontiac.   Von Jannis Brühl

Die Verbraucherorganisation Consumer Watchdog forderte Google auf, Berichte über die Unfälle zu veröffentlichen, so dass sich die Verbraucher selbst ein Urteil bilden könnten. Es sei "unglaublich": Google wolle seine Roboterautos ohne Lenkrad, Brems- oder Gaspedal anbieten, so dass keinerlei Möglichkeit für den Fahrer bestehe, im Notfall die Kontrolle zu übernehmen, hieß es.

Google hat seine selbstfahrenden Fahrzeuge im Herbst 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Testprojekt läuft bereits seit sechs Jahren. Experten rechnen damit, dass selbstfahrende Autos bereits 2020 von Privatpersonen genutzt werden und zum Straßenbild gehören könnten.