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Microsoft: Internet Explorer 9:Wachsende Konkurrenz

Konkret funktioniert die Blockierfunktion des neuen Internet Explorers so: Surfer können eine Sperrliste, die sogenannte Tracking Protection List, erstellen. Die dort hinterlegten Internetadressen ruft der Explorer nur noch dann auf, wenn der Surfer es fordert. Automatische Aufrufe im Hintergrund, derer sich die meisten Schnüffelanzeigen bedienen, sollen auf diese Weise künftig unterbunden werden.

Bei der Erstinstallation des neuen Explorers ist die Sperrliste allerdings leer. Der Nutzer muss sie selbst füllen oder im Internet nach Listen suchen, die Verbraucherschützer erstellt haben, und diese dann übernehmen. Bisher ist der neue Internet Explorer nur als Testversion verfügbar. Die Vollversion soll Anfang nächsten Jahres erscheinen.

FTC-Chef Jon Leibowitz lobte Microsoft und forderte dessen Wettbewerber auf, ihrerseits ebenfalls solche Blockierfunktionen in ihren Internet-Navigationsprogrammen anzubieten. Vertreter von Apple, Google und Mozilla lehnten eine Stellungnahme zunächst ab. Vor allem für Google ist die Sache heikel. Denn der Internetkonzern ist unbestrittener Marktführer im Bereich der Onlinewerbung.

Die wachsende Konkurrenz mit Google, etwa bei Textverarbeitungsprogrammen und Betriebssystemen, könnte einer der Gründe sein, warum Microsoft die Sperrfunktion jetzt einführen will. Das Softwareunternehmen legt mit der Einführung der Blockliste jedenfalls eine erstaunliche Kehrtwende hin.

Noch vor zwei Jahren hatte Microsoft eine vergleichbare Funktion für den Internet Explorer 8 gestoppt. Damals hatte Microsoft gerade die Online-Werbefirma aQuantive gekauft. Und damit ein sechs Milliarden Dollar-Investment, das der Konzern nicht gefährden wollte.