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Konsolenspiel "Destiny":500 Millionen Dollar - für bloßen Durchschnitt

Westernheld im Weltall: Der Jäger tauscht in "Destiny" die Laserwaffen auch mal gegen handfeste Revolver.

(Foto: Bungie/Activision)

Prächtige Explosionen in Violett, Schrotflinten-Salven, Schwertkämpfe auf dem Mond: Der Online-Shooter "Destiny" bringt die perfekten Voraussetzungen mit, die hohen Erwartungen der Spieler in das teuerste Computerspiel der Welt zu erfüllen - und scheitert leider doch. Zumindest für den Moment.

Alt-Russland im Jahre 2070. Der zerstörte Raumhafen scheint verlassen, doch hinter den Containern lauert eine Gruppe Aliens. Von oben herab schwebend lässt der Warlock Verderben auf sie regnen. Eine Granate explodiert in prächtigem Violett in ihrer Mitte. Ihr Captain wird noch im Flug mit einer Schrotflinten-Salve niedergestreckt. Zwei vierarmige Schwertträger verpuffen nach Nahkampf-Attacken. Der Rest zieht sich hinter eine rostige Metallwand zurück, wo sie die Super-Attacke des Warlocks allesamt niedermacht.

Feuergefechte in "Destiny", dem neuen Shooter vom "Halo"-Entwickler Bungie, sind anspruchsvoll, atemlos und farbenfroh. Schnell gerät der Spieler in einen Flow: Feuern, Deckung, nachladen, Granaten, Waffen und Stellungen wechseln, mal von der Ferne, mal aus nächster Nähe attackieren, es geht immer weiter, man vergisst sich und die Pizza im Ofen.

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Angeblich 500 Millionen Dollar Budget: "Destiny" ist auf dem besten Weg, den erfolgreichsten Start einer neuen Videospielmarke aller Zeiten hinzulegen. So groß wie das Budget ist auch die Spielwelt: Mit dem Ego-Shooter kann man selbst weit entfernte Planeten erkunden.

Shooter mit Rollenspiel-Anleihen

Hier und in den ausbalancierten Mehrspieler-Partien, deren einziger Schwachpunkt ist, dass man zufällig einem von zehn Schlachtfeldern zugeteilt wird, zeigt sich Destiny von seiner besten Seite: als Shooter, der mit viel Erfahrung und Liebe zum Detail gestaltet wurde und sich nahezu perfekt am Game-Controller bedienen lässt. Hier erfüllt das Spiel, dessen Entwicklung, Vermarktung und Online-Betrieb kolportierte 500 Millionen Dollar verschlungen und diese bereits am ersten Tag nach Veröffentlichung wieder eingespielt hat, die Erwartungen.

Dabei ist "Destiny" kein klassischer First Person Shooter im Stile von "Halo". Publisher Activision und Entwickler Bungie sprechen stattdessen von einem "Shared-World-Shooter". Man teilt sich das Universum mit anderen Spielern, ähnlich wie beim Online-Rollenspiel "World of Warcraft". Generell besitzt "Destiny" viele Rollenspiel-Elemente.

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Zu Beginn entscheidet der Spieler, ob er mit einem Menschen, einem bleichgesichtigen Außerirdischen oder einem Vertreter der Exo-Roboterrasse ins Gefecht zieht. Anschließend stehen drei Klassen zur Auswahl: Der Warlock ist eine Art Magier, der Titan schwer gepanzert, der Jäger schnell und wendig. Die wählbaren Klassen entsprechen zwar gewissen Rollenspiel-Standards, spielen sich aber sehr ähnlich.

Die Spielfiguren werden mit jedem Level-Up stärker und erhalten im weiteren Verlauf eine Vielzahl von Spezial- und Super-Attacken, die erst nach einem Cooldown wieder einsetzbar sind. Als Belohnung für besiegte Gegner und gemeisterte Missionen winken Erfahrungspunkte, bessere Rüstungsteile und Waffen.

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