Kindle Fire:Amazons Ruckel-Tablet erhält durchwachsene Kritiken

Lesezeit: 2 min

Ein gutes Tablet für knapp 200 Dollar? Das gibt es, behauptet Amazon, und schickt in den USA den "Kindle Fire" ins Rennen. Erste Testberichte zeigen: Für den niedrigen Preis müssen Kunden bereit sein, an bestimmten Stellen Abstriche zu machen.

Amazon möchte Kunden ein Angebot unterbreiten, dass sie nicht ablehnen können: Nur 199 Dollar kostet das Amazon-Tablet "Kindle Fire", das am 15. November in den USA auf den Markt kommt - reguläre Geräte kosten das Zwei- bis Dreifache.

Der Online-Versandhändler verkauft sein Gerät nicht ohne Hintergedanken weit unter dem kolportierten Produktionspreis: Der Kindle Fire soll den Nutzer ganz mit der digitalen Amazon-Konsumwelt zusammenbringen. Ob Videos, digitale Bücher, Magazine oder Musikstücke - alle digitalen Unterhaltungsgüter soll der Kunde künftig bei Amazon kaufen.

Ob das Gerät eine preiswerte Alternative zu iPad und anderen Android-Tablets sein kann, werden die Verkaufszahlen zeigen. Analysten rechnen damit, dass Amazon bis Jahresende bereits fünf Millionen Exemplare verkaufen wird.

Schon vor der Markteinführung haben nun diverse Technik-Tester das Tablet, das erst einmal nicht nach Deutschland kommt, unter die Lupe genommen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Stimmen.

Engadget:

Tim Stevens vom Technologie-Portal Engadget sieht Ähnlichkeiten zum "Blackberry Playbook", das Kritiker bislang nicht überzeugen konnte. Das Amazon-Tablet bewertet Stevens positiv - mit Abstrichen. So lobt er Display und die Integration in die Welt der digitalen Amazon-Shoppingmöglichkeiten, die "vielleicht beste", die es bislang auf einem mobilen Gerät gebe. Auf der anderen Seite spart der Autor nicht mit Kritik, so an der "manchmal trägen Performance" und der "klobigen Benutzerführung".

Sein Fazit: Mit herkömmlichen Tablets kann das Fire nicht mithalten, dafür sind diese jedoch zwei bis drei Mal teurer als das Amazon-Gerät.

Gizmodo:

"Apple: Habe Angst" heißt es im Gizmodo-Test. Der Kindle Fire sei äußerst simpel und intuitiv zu bedienen und würde sich überhaupt nicht wie ein Android-Tablet anfühlen - was eine "sehr, sehr gute Sache" sei. Der Medienkonsum mache Spaß.

Weniger gut: Manchmal gerät Gizmodo zufolge das Gerät ins Stottern, selbst das Umblättern digitaler Buchseiten funktioniere nicht ohne Verzögerung. Dennoch heißt es im Abschlussurteil, das Fire sei "das bislang beste Android-Tablet."

New York Times:

Techniktester David Pogues warnt davor, das Gerät mit dem iPad zu vergleichen, ist es doch ein reines Konsum-Gadget. Das lenkt allerdings nicht von Schwächen ab, vor allem den Geschwindigkeitsproblemen. "Man fühlt das 200-Dollar-Preisschild mit jeder Fingerbewegung", schreibt Pogue.

Selbst der Silk-Browser, der über auf Amazon-Servern vorgespeicherte Elemente schneller Seiten ausliefern soll, halte sein Versprechen nicht. "Es muss noch etwas poliert werden", fordert Pogue von Amazon.

The Verge:

Joshua Topolsky von der Gadget-Test-Seite The Verge lobt die Navigation des Fire. Auch fühle sich das Tablet "generell gut an", schreibt er. Allerdings weist er darauf hin, dass die modifzierte Version des Google-Betriebssystems Android 2.3 dafür sorgt, dass die Auswahl an Apps "sehr dünn" sei.

Weil Android-Tablets längst mit der Version 3.0 oder höher laufen, müssten Entwickler ihre Programme für das Fire deutlich modifizieren - da dies in der Regel nicht passieren werde, könne der Mangel an guten Programmen mittelfristig eine abschreckende Wirkung auf Kunden haben.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB