Facebook-Tracking:Warum Sie Exif-Daten aus Fotos entfernen sollten

Überprüfen lässt sich das nicht, aber es gibt auch keinen Anhaltspunkt, daran zu zweifeln. Wer Facebook grundsätzlich misstraut, sollte ohnehin einen Bogen um die Seite machen. Unabhängig von Facebook könnten aber alle Nutzer etwas daraus lernen, sagt Frederike Kaltheuner von der Bürgerrechtsorganisation Privacy International: "Das ist eine wichtige Erinnerung, dass Fotos sogenannte Metadaten beinhalten." Diese versteckten Informationen enthüllten viel mehr, als die meisten Menschen ahnten. "In Handyfotos können sich etwa GPS-Koordinatoren verbergen, die Rückschluss auf den Entstehungsort geben."

Normalerweise entfernen Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter die Exif-Daten, bevor sie die Bilder veröffentlichen. Andere Nutzer bekommen sie also nicht zu sehen, die Anbieter selbst aber sehr wohl - und natürlich verwenden die Unternehmen diese Informationen, um ihren Datenschatz zu vergrößern.

An vielen anderen Orten im Netz bleiben die Exif-Daten erhalten. Wer Bilder per E-Mail verschickt oder bei einem Cloud-Speicherdienst hochlädt, offenbart damit auch, welche Kamera er benutzt, wann und wo das Fotos aufgenommen, mit welchem Programm es bearbeitet wurde. Das vergessen selbst Profis: 2012 veröffentlichten Vice-Reporter ein Foto mit John McAfee, Gründer des nach ihm benannten Unternehmens für Virenscanner, der damals gesucht wurde und abgetaucht war. Der Text verriet nichts über den Standort - doch die Exif-Daten des iPhone-Selfies enthüllten: McAfee war nach Guatemala geflohen.

Diese Apps und Dienste bereinigen Fotos

Wer es besser machen will als die Vice-Journalisten, entfernt die Metadaten, bevor er Fotos ins Netz stellt. In Windows geht das mit Rechtsklick auf die Datei, wo man "Eigenschaften" auswählt und im Reiter "Details" auf "Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen" klickt. Mac-Nutzer öffnen die Vorschau, wählen über "Werkzeuge" die Option "Informationen einblenden" aus und sehen dort, welche Exif-Daten das Bild enthält.

Auch Programme wie Photoshop oder das kostenlose Irfanview bieten die Möglichkeit, Metadaten zu löschen. Unter MacOS ist das Tool ImageOptim empfehlenswert. Die Webseite Removephotodata.com erledigt die Aufgabe ebenfalls zuverlässig. Smartphone-Fotografen können in den Kamera-Einstellungen verhindern, dass automatisch Geodaten gespeichert werden. Alle weiteren Metadaten lassen sich mit Apps wie dem Photo Exif Editor (Android) oder ViewExif (iOS) löschen.

© SZ.de/mxm/jab
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Peter Tschentscher

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