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Entschädigung für Playstation-Ausfall:Sony enttäuscht viele Kunden

Sony will Nutzer des gehackten Playstation-Netzwerks mit einem Entschädigungspaket besänftigen - doch neue Äußerungen des Firmenchefs sorgen für weitere Spekulationen.

Sony fährt nach und nach wieder die Systeme des Playstation Network hoch. Online zu spielen ist bereits wieder möglich und bis Ende Mai soll auch wieder der Playstation Store reaktiviert werden, teilte der Konzern mit. Auf die Kunden wartet dort dann ein "Welcome back"-Paket, das Sony als Entschädigung für den einmonatigen Ausfall des Systems anbietet. Darin bekommen User von Sony unter anderem zwei Spiele geschenkt.

(FILE PHOTO) Sony Warns Of 25 Million More User Details May Have Been Stolen

Willkommen zurück! Viele User ärgern sich über das in ihren Augen magere Entschuldigungspaket von Sony.

(Foto: Getty Images)

Doch für viele ist das nur ein schwacher Trost angesichts der Tatsache, dass empfindliche Daten womöglich in die Hände krimineller Hacker gelangt sind. Wohl auch deshalb ist die Enttäuschung über die angebotene Entschädigung groß.

Besonders deutsche Kunden zeigen sich verärgert über die Spieleauswahl des Willkommen-zurück-Pakets. Wohl aufgrund der Jugenschutzbestimmungen werden im deutschen Paket nur jugendfreie Spiele angeboten, während Usern in allen anderen Ländern mit "Dead Nation" und "inFamous" auch zwei Titel mit Altersfreigabe ab 18 zur Auswahl stehen. Die Ersatzspiele "Ratchet & Clank: Quest for Booty" und "Hustle Kings" sind damit verglichen ein eher langweiliger Ersatz, so das Fazit vieler Nutzer.

"Es ist ziemlich entäuschend das ausgerechnet die zwei interessantesten Spiele (NUR) für Deutschland gestrichen wurden. Die restlichen Spiele sagen mir leider nicht zu." kommentiert ein User im offiziellen Playstation-Blog. In hunderten Kommentaren ärgern sich zahlreiche User, viele fühlen sich von Sony an der Nase herumgeführt.

Aber auch in amerikanischen Blogs zeigen sich die Kunden unzufrieden. "Sony denkt, Dein PSN-Leid ist 104,46 Dollar wert" titelt das Spiele-Blog Kotaku und listet auf, dass Sony bei der Auswahl der Spiele eher zu den günstigeren am Markt verfügbaren Spielen gegriffen habe. Diese seien zwar keine Ladenhüter, aber gerade deshalb werden wohl viele Nutzer des Playstation-Netzwerks die Spiele bereits besitzen.

Keine hundertprozentige Sicherheit

Nick Caplin, Kommunikationschef bei Sony entschuldigte sich bei den unzufriedenen Kunden im Blog und erklärte, dass es sich bei der Auswahl um qualitätiv hochwertige Spiele handele und es einfach schwierig sei für 77 Millionen Kunden ein für alle passendes Paket zusammen zu stellen.

Zusätzlich zu den Spielen bietet Sony eine kostenlose 30-tägige "Playstation-Plus" Mitgliedschaft, die einem Zugriff auf weitere Demos und Spieleinhalte bietet. Wer bereits Mitglied im Musik Service "Q Music Unlimited" ist, erhält zusätzlich noch einen Frei-Monat.

Außerdem kündigte Sony ein neues Identitätsschutzprogramm in Zusammenarbeit mit Affinion International Limited an, das Kunden neben dem Schutz ihrer Daten und einem Kartenüberwachungsdienst auch eine finanzielle Absicherung bietet. Diese Versicherung soll für betroffene Kunden des Datenklaus in den ersten 12 Monaten kostenlos sein.

Sony verspricht, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Playstation Netzwerk nun verstärkt seien. Doch Howard Stringer, Chef von Sony schließt nach dem massiven Datendiebstahl eine hundertprozentigen Schutz aus. In der "schlechten neuen Welt" der Internetkriminalität könne er die Sicherheit nicht mehr garantieren. Der Schutz persönlicher Daten sei ein "endloser Prozess".

Beruhigende Nachrichten hören sich anders an.

© sueddeutsche.de/AFP/luko/joku
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