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Ein Jahr Overwatch:Overwatch: "Das ist der Wadlbeißer des Teams"

Ein Grund für den Erfolg von "Overwatch": Selbst Laien erkennen, was im Spiel passiert. Wir haben das mit dem Chef des SZ-Wirtschaftsressorts ausprobiert.

Von Marc Beise und Matthias Huber

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Figuren

Quelle: SZ

Worum es geht:

"Overwatch", ein Mehrspieler-Online-Shooter, hat es in einem Jahr auf mehr als 30 Millionen Spieler geschafft. Im E-Sport, der Szene professioneller Computerspieler, gibt es bereits seit Monaten Turniere mit sechsstelligen Preisgeldern, eine weltweite Liga ist in Arbeit.

Für diesen Erfolg gibt es viele Faktoren. Ein wichtiger Punkt ist die Zugänglichkeit von Overwatch: Während andere populäre E-Sport-Disziplinen wie "League of Legends" oder "Dota 2" für Außenstehende schwer verständlich sind, ist Overwatch wesentlich einsteigerfreundlicher. Das Shooter-Prinzip - zeige mit der Maus auf einen Gegner und drücke ab - ist ohnehin auf den ersten Blick verständlich, die Ich-Perspektive ist ebenfalls weniger abstrakt als die Draufsicht anderer Spiele.

In Overwatch muss der Spieler die Fähigkeiten und Eigenheiten von 24 extrem unterschiedlichen Spielfiguren im Kopf behalten - und selbst Nicht-Spieler können doch wohl erahnen, was es heißt, wenn ein Zwerg mit einem großen Werkzeug in der Hand um die Ecke kommt. Oder auch nicht. Eine Herausforderung für die Entwickler und Grafikdesigner - und ein weiterer Schlüssel zum Erfolg des Spiels - wenn es denn funktioniert. Wir haben es ausprobiert.

Das Experiment:

Sind die Figuren tatsächlich so gestaltet, dass ihr Äußeres jedem intuitiv einiges über ihre Eigenheiten verrät. Dazu haben wir einem Laien das Spielprinzip kurz erklärt und ihm anschließend Bilder der Overwatch-Helden vorgelegt. Was ihm dazu eingefallen ist, haben wir protokolliert.

Wer der Laie ist:

Marc Beise, seit acht Jahren Leiter des Wirtschaftsressorts der Süddeutschen Zeitung. Er selbst spielt keine Computerspiele und hatte vor unserem Overwatch-Experiment noch nie etwas von dem Spiel gehört.

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Overwatch-Helden im Experiment:Reinhardt

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Was für ein unsympathischer Typ! Ein Kraftprotz. Bei 'Harry Potter' wäre das ein Troll. Oder einer von den Clegane-Brüdern bei 'Game of Thrones'. In jedem Fall ein tumber Riese. Aber er sieht aus, als könnte man ihn an einer wichtigen Stelle platzieren und müsste sich dann keine Sorgen mehr um ihn machen. Er kann gut auf sich selbst aufpassen und kritische Positionen im Spiel bewachen."

Was stimmt?

Reinhardt ist einer der Helden des Spiels - vielleicht ein tumber Riese, aber in jedem Fall einer von den Guten. Der Rest zeigt, wie gut das - in diesem Fall allerdings nicht sonderlich subtile - Figurendesign des Entwicklerstudios Blizzard für sich selbst spricht: Reinhardt ist einer der widerstandsfähigsten Helden im Spiel und kann mit einem Energieschild sich selbst und seine Teamkameraden vor gegnerischen Angriffen beschützen.

Bestes Reinhardt-Zitat:

"Heiligs Blechle!"

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Overwatch-Helden im Experiment:Tracer

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Genau das Gegenteil zur vorherigen Figur. Sie sieht aus wie eine Tänzerin oder eine Fechterin, auf jeden Fall sehr körperbetont. Ich glaube, sie hat eine nette Persönlichkeit. Sie ist schnell und flink und kann auch viel stärkere Gegner besiegen, zum Beispiel den Troll vom vorherigen Bild."

Was stimmt?

Neben einem "Troll" wie Reinhardt sind die Eigenschaften von Tracer natürlich offensichtlich: Die Britin ist so etwas wie der Jungspund im Team, liebenswert und immer fröhlich. Außerdem ist sie pfeilschnell: Tracer kann verschwinden und ein paar Meter entfernt wieder erscheinen oder sogar ein paar Sekunden in der Zeit zurückreisen. Gerade für schwerfällige Figuren wie Reinhardt ist sie deshalb ein gefährlicher Gegner, weil es fast unmöglich ist, sie in die Ecke zu drängen.

Bestes Tracer-Zitat:

"Cheers, Love! Die Kavallerie ist da!"

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Overwatch-Helden im Experiment:Pharah

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Pharah heißt sie? Dann kommt sie bestimmt aus Ägypten. Man kann ihr Gesicht zwar nicht sehen, aber sie sieht trotzdem sympathisch aus. Zwar dick gepanzert, aber trotzdem filigran und weiblich. Sie strahlt etwas Ernstes und sehr Selbstbewusstes aus. Was ist das auf ihrem Rücken? Kann sie vielleicht sehr hoch springen oder sogar fliegen?"

Was stimmt?

Fast ein Volltreffer: Pharah stammt aus Ägypten, kann mit dem Jetpack auf ihrem Rücken fliegen und verschießt Raketen. Gleichzeitig hat sie eine sehr strenge, ernste Art und tritt im Spiel entsprechend militärisch korrekt auf. Zum einjährigen Geburtstag von Overwatch hat ihr Blizzard erstmals auch ein wenig Humor spendiert: Sie kann in Spielpausen für eine kleine Tanznummer ihren Raketenwerfer zur Luftgitarre zweckentfremden.

Bestes Pharah-Zitat:

"Hart aber Pharah."

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Overwatch-Helden im Experiment:Ana

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Ist das eine Beduinin? Auf jeden Fall kämpft sie am Boden, das sieht man schon an der erdfarbenen Uniform. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich im Kampf eher zurückhält und nur kleinteilig agiert, mit Nadelstichen. Oder sie ist eine Scharfschützin. Vielleicht sind in den Taschen, die sie am Gürtel trägt, auch Dinge, mit denen sie ihre Teamkameraden heilen kann."

Was stimmt?

Ana ist ebenfalls Ägypterin, die Mutter von Pharah. Sie hat ein Scharfschützengewehr, mit dem sie entweder Gegner verletzen oder Teamkameraden heilen kann. Und sie hat eine Pistole, mit der sie mit Betäubungsmittel versetzte Nadeln verschießt. Im Spiel versteckt sie sich meistens hinter den eigenen Linien, von wo sie sowohl die Gegner als auch die Teamkameraden im Blick hat.

Bestes Ana-Zitat:

"Mein Team braucht mich immer noch."

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Overwatch-Helden im Experiment:Torbjörn

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Das soll wohl ein Zwerg sein, also sieht er vermutlich wenig Tageslicht. Vielleicht kann er mit dem Schraubstock an seiner Hand Leute zu Boden zwingen und so außer Gefecht setzen. Ich glaube, der ist eher der Wadlbeißer des Teams, nicht direkt am Kampf beteiligt, sondern assistiert seinen Teamkollegen."

Was stimmt?

Bei Torbjörn wird es schwieriger, nur anhand des Erscheinungsbildes seine Rolle im Team einzuschätzen. Die Richtung stimmt aber: Er kann sich zwar auch selbst am Kampf beteiligen, hauptsächlich ist der Spieler von Torbjörn aber damit beschäftigt, automatische Geschütze zu errichten und gelegentlich zu reparieren. Ansonsten sammelt er Schrott vom Schlachtfeld auf und bastelt daraus Rüstung, die er an seine Teamkameraden verteilt.

Bestes Torbjörn-Zitat:

"Lasst euch nicht mit dem Bart im Briefkasten erwischen."

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Overwatch-Helden im Experiment:Soldier 76

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Der Held des Spiels, das sieht man sofort. Bei 'Herr der Ringe' wäre das ein Waldläufer. Auf jeden Fall ist er ein Anführer, der es gewohnt ist, Befehle zu erteilen. Und wenn er selbst mitkämpft, dann ist er vermutlich ein Allrounder, kann ein bisschen austeilen, aber auch einstecken."

Was stimmt?

Soldier 76 heißt eigentlich Jack Morrison und war tatsächlich einst der Anführer der Einsatztruppe namens "Overwatch", bevor die Organisation ein knappes Jahrzehnt vor der Geschichte des Spiels aufgelöst wurde. An seinem Gewehr ist ein Raketenwerfer mit begrenzter Munition befestigt, er kann schnell rennen und sich selbst und seine Teamkameraden bei leichteren Verletzungen heilen. Weil er alles ein bisschen kann, ist er auch für notorische Einzelgänger eine gute Spielfigur.

Bestes Soldier-76-Zitat:

"Ich bin der, der seinen Job erledigt. Du musst wohl der andere sein."

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Overwatch-Helden im Experiment:Winston

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Das ist ein Affe in Uniform. Ich kann nicht erkennen, was diese Waffe sein soll. Aber er sieht klug aus, trägt eine Brille und auch sein Gehirn ist geschützt. Vermutlich kann er eine Menge aushalten, aber ich glaube, er will auch angreifen und mitten im Kampf dabei sein."

Was stimmt?

Die Brille macht's wohl: Winston ist einer der Wissenschaftler in der Mannschaft von Overwatch. Neben Torbjörn ist er der Erfinder der meisten Waffen seiner Teamkollegen. Im Spiel ist er ebenso wie Reinhardt ein sogenannter "Tank", also dazu da, die Angriffe der Gegner auf sich zu ziehen. Anders als Reinhardt ist Winston dabei aber sehr offensiv: Er springt mitten unter die Feinde, schlägt und schießt dort wild um sich, um möglichst viel Chaos zu stiften, und zieht sich dann ebenso plötzlich wieder in Sicherheit zurück.

Bestes Winston-Zitat:

"Nein danke, ich möchte keine Banane."

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Overwatch-Helden im Experiment:Mei

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Die sieht aber süß aus! Eine Intellektuelle, vielleicht aus Asien. Mit den dicken Schuhen und dem Pelzkragen könnte sie auch vom Südpol kommen. Was macht sie mit ihrer Waffe? Kann sie damit Gegner vereisen und bewegungsunfähig machen?"

Was stimmt?

Mei ist eine chinesische Klimaforscherin, die in der Antarktis stationiert war. Sie kann mit ihrer Waffe Gegner einfrieren oder mit Eiszapfen beschießen, sich selbst in einen schützenden Eisblock einschließen oder Eiswände errichten, mit denen sie Teile des Spielfelds für kurze Zeit abschneiden kann - was manchmal auch versehentlich mehr Schaden als Nutzen bringt.

Bestes Mei-Zitat:

"Tut mir leid, tut mir leid. Es tut mir leid. Wirklich!"

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Overwatch-Helden im Experiment:Lucio

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Die Namen sind wirklich gut getroffen. Er sieht aus, als komme er vom Strand. Italien vielleicht, jedenfalls ein Latin-Lover-Typ. An seinen Schuhen sieht man, dass er schnell unterwegs ist, und er hat nicht einmal eine Waffe, sondern nur einen Schild. Vermutlich kann er schnell hinter die feindlichen Linien kommen, dort für Unordnung sorgen, und sich dann ebenso schnell wieder zurückziehen."

Was stimmt?

Der "Schild" in seiner Hand ist in Wahrheit eine Art Lautsprecher, eine auf Schallwellen basierende Waffe. Ganz so friedfertig ist der Brasilianer also nicht, aber er ist tatsächlich eher dafür da, sein eigenes Team zu unterstützen. Je nachdem, welchen Song er spielt, können Teamkameraden in Hörweite schneller laufen oder erholen sich schneller von ihren Verletzungen. Und ja: Gerade weil er eine der schnellsten Overwatch-Figuren überhaupt ist, rauschen Spieler mit ihm gerne mal hinter die feindlichen Linien, schubsen die Verteidiger durch die Gegend und hauen wieder ab, bevor irgendwer Lucio in die Finger bekommt.

Bestes Lucio-Zitat:

"Leute, lauter, ich kann euch nicht hören!"

11 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Junkrat

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Den kann ich nicht leiden. Mit seinem Holzbein erinnert er mich an einen Teufel mit Pferdefuß. Bestimmt ein besonders unangenehmer, hinterlistiger Gegner."

Was stimmt?

Auch hier muss man Blizzard ein Kompliment machen: Offenbar sieht man auf den ersten Blick, dass Junkrat nicht gerade fair kämpft. Er schießt mit Granaten - gerne auch mal in hohem Bogen hinter einer Deckung hervor, so dass den Gegnern nichts anderes übrig bleibt, als sich einen anderen Weg zu suchen. Im Idealfall hat Junkrat auf der Ausweichroute dann schon eine seiner Fallen platziert. Kurz: Ja, Junkrat ist ein ausgesprochen ekelhafter Gegner. Nur teuflisch böse ist er nicht. Höchstens ein bisschen verrückt.

Bestes Junkrat-Zitat:

"Tick-Tock-Tick-Tock."

12 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Symmetra

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Sie erinnert mich mit ihrem selbstbewussten Auftreten ein bisschen an Angelina Jolie. Wahrscheinlich eine Angreiferin, die nach vorne prescht und dort mit gemeinen Tricks die Gegner stört. Aber sie sieht klug aus, eher wie eine Strategin als wie eine Kämpferin."

Was stimmt?

An der Front hat Symmetra eigentlich nichts verloren, im Gegenteil. Sie bewacht die Nischen und Winkel des Spielfelds und verhindert mit Fallen und kleinen Laser-Geschützen, dass Feinde hinter die eigenen Linien gelangen können. Also: Gemeine Tricks, ja. Nach vorne preschen sicher nicht.

Bestes Symmetra-Zitat:

"Die Realität ist mein Spielplatz."

13 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:D.Va

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Es wundert mich, dass so eine nette, amazonenhafte Figur in einem Kampfroboter unterwegs sein soll. Der sieht grauenhaft aus, verbreitet Angst bei ihren Gegnern. Das passt gar nicht zu ihrem Aussehen. Sie ist sicher aber sehr schnell in dem Roboter, deshalb hat er so dünne Beine trotz des bulligen Körpers."

Was stimmt?

Angst und Schrecken verbreitet D.Va in ihrem Kampfroboter nicht unbedingt. Aber kommt sie damit sehr nah an ihre Gegner heran, ist sie für fast jeden sehr gefährlich. Und schnell ist das Gerät tatsächlich - nur nicht wegen der dünnen Beine, sondern weil an seinem Rücken ein Raketenantrieb befestigt ist, mit dem D.Va kurze Strecken fliegen kann.

Bestes D.Va-Zitat:

"D.Va: 1. Bösewichte: 0."

14 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Mercy

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Das ist die Heilerin im Team. Da sind ja auch rote Kreuze auf ihrer Rüstung. Sie hat sogar einen Heiligenschein und so etwas wie Flügel, kann also bestimmt fliegen. Nach einem Kampf kann sie ihre Teamkollegen wieder aufrichten."

Was stimmt?

Dass die Rolle von Angela Ziegler, Codename Mercy, auf den ersten Blick zu erkennen ist, ist nicht verwunderlich: Die Ärztin des Teams kann mit ihren Flügeln kurze Zeit in der Luft schweben und schnell zu weiter entfernten Teamkollegen aufschließen. Und ja, sogar Letzteres stimmt: In größeren Zeitabständen kann sie getötete Kameraden kurz nach ihrem Spieltod wieder auferwecken.

Bestes Mercy-Zitat:

"Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr tut es weh?"

15 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Roadhog

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Das ist ein typischer Redneck, vielleicht auch ein Trucker: Riesige Oberarme, dicker Bauch, Tarnhosen. Der könnte auch in 'Mad Max' mitspielen. Er kämpft in der vordersten Reihe. Vielleicht ist er auch ein bisschen doof. Er sieht dem Teufel von vorhin (Anm.: Junkrat) etwas ähnlich, aber nicht so hinterhältig, sondern sympathischer."

Was stimmt?

Roadhog ist zwar Australier oder Neuseeländer (ganz eindeutig wird das nie erklärt) und kein US-amerikanischer Redneck, aber das Bild ist zumindest nahe dran. Und der schlaueste im Team ist er auch nicht. Gemeinsam mit Junkrat bildet er das Dick-und-Doof-Gespann des Spiels, er ist aber nur unwesentlich weniger hinterhältig als sein bester Kumpel: Mit dem Greifhaken in seiner linken Hand kann er Gegner zu sich ziehen, um sie dann mit seiner mit Metallschrott gefüllten Kanone aus nächster Nähe zu beschießen.

Bestes Roadhog-Zitat:

"Ich bin der Haken an der Sache."

16 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Sombra

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Oh, interessant, ganz anders als die vorherigen. Auch wenn sie lila trägt, sieht sie eher unauffällig aus, zurückhaltend. Das könnte vielleicht eine Spanierin sein. Sie passt gut zu dem Anführer (Anm.: Soldier 76), vielleicht ist sie seine Partnerin. Aber sie wirkt etwas arrogant und schnippisch. Vermutlich ist sie nicht direkt am Kampf beteiligt, sondern eher hinter den eigenen Reihen aktiv."

Was stimmt?

Außer ihrem grazilen Auftreten gibt es an Sombra nicht viel zu sehen, die Zeichen für ihre eigentliche Aufgabe - das Hacking anderer Spielfiguren - sind eher subtil. Ihre Attitüde kommt aber gut heraus, auch wenn sie mit dem Soldier 76 nichts zu tun hat. Hinter den eigenen Reihen kann sie allerdings wenig Nützliches zum Spiel beitragen, dafür hinter den gegnerischen umso mehr. Sie manipuliert das Verbandszeug, das auf dem Spielfeld platziert ist, sodass es nur noch von den eigenen Teamkollegen benutzt werden kann. Sombra kann Gegner für kurze Zeit entwaffnen und verwundbar machen, wenn sie nahe genug an sie herankommt.

Bestes Sombra-Zitat:

"Fairness ist langweilig."

17 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Orisa

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Sehr unübersichtlich! Vier Beine, ein asiatisches Gesicht - und soll das ein Inka-Muster auf der Schürze sein? Ich glaube, das ist ein sehr schneller Angriffsroboter, der ganz viel Verwirrung stiftet. Vielleicht kann er auch besser einen Ort verteidigen, aber auf jeden Fall ist er quirlig und unberechenbar."

Was stimmt?

So gut das Figurendesign in den meisten Fällen funktioniert, beim Robotergaul Orisa sind den Entwicklern wohl die - Entschuldigung - Pferde etwas durchgegangen: Die Gestaltung ist nämlich tatsächlich etwas durcheinander. Orisa ist ein Roboter, der von einem 11-jährigen Mädchen aus Nigeria gebaut wurde, das Muster auf der Schürze soll also wohl eher afrikanisch anmuten. Schnell ist der Vierbeiner auch nicht, sondern sogar eine der langsamsten und unbeweglichsten Spielfiguren. Als strenger Bewacher eines schmalen Durchgangs wird Orisa aber nur von Reinhardt übertroffen.

Bestes Orisa-Zitat:

"Bitte treten Sie hinter die Absperrung!"

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Overwatch-Helden im Experiment:Genji

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Ist das ein Indianer? Nein, die Schwerter, ein Ninja! Er ist sehr schnell und sehr tödlich. Vermutlich schleicht er sich an seine Gegner an, bevor er mit ihnen kämpft. Auf jeden Fall ist das einer von den Bösen."

Was stimmt?

So böse der Roboter-Ninja namens Genji auch aussehen mag: Er ist eigentlich einer von den Guten. Genau genommen ist er auch kein Roboter, sondern ein Cyborg, ein Mensch-Maschinen-Hybrid. Er überlebte einst nur knapp ein Attentat, die Maschinenteile in und an seinem Körper halten ihn am Leben. Der Rest stimmt: Genji schleicht sich hinter feindliche Linien und ist besonders gut darin, einzelne Gegner aus dem feindlichen Team herauszupicken.

Bestes Genji-Zitat:

"Lass uns einen fairen Kampf haben."

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Overwatch-Helden im Experiment:Hanzo

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Ein Mongole oder Japaner. Er sieht kriegerisch aus, aber mit seinem offenen Gesicht sehr sympathisch. Ein edler, positiv besetzter Krieger. Er schießt offenbar mit einem Bogen, also kann er recht gut einen Ort verteidigen, indem er von weit entfernt auf Gegner schießt, wenn sie auftauchen. Ihn hat jeder gern in seinem Team."

Was stimmt?

Hanzo ist einer von den Bösen - oder war es zumindest mal. Er ist für das Attentat auf Genji, seinen Bruder, verantwortlich. Immerhin bereut er seine Tat und sucht seitdem nach einer Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Er ist tatsächlich ein Scharfschütze, der das Schlachtfeld von hinten bewacht. Ein beliebter Teamkollege ist er allerdings nicht, weil er als Einzelgänger oft nur wenig zum Mannschaftserfolg beiträgt.

Bestes Hanzo-Zitat:

"Sake!"

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Overwatch-Helden im Experiment:Zarya

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Sie sieht freundlich aus mit ihren gefärbten Haaren. Aus Russland kommt sie? Ja, das passt gut. Sie ist der Rammbock des Teams. Was ist das für eine Waffe? Eine riesige Schleuder? Eine Einsaugmaschine? Damit kann sie vermutlich Gegner aufhalten, wenn sie angegriffen wird."

Was stimmt?

Das Design der prominent sichtbaren, wuchtigen Waffe ist Blizzard offenbar besonders gut gelungen. Die "Partikelkanone" ist nämlich tatsächlich beides: Schleuder und Einsaugmaschine, zumindest in etwa. Einerseits verschießt sie daraus einen Energiestrahl oder explodierende Energiekugeln. Drei oder vier Mal pro Spiel kann die russische Gewichtheberin aber auch eine sogenannte "Gravitonbombe" feuern, die beim Aufschlag alle Gegner im Umkreis von einigen Metern anzieht und ein paar Sekunden an sich bindet. Damit ist sie gut geeignet, um eine gegnerische Verteidigungslinie zu durchbrechen.

Bestes Zarya-Zitat:

"Russische Methoden sind ökonomischer."

21 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Zenyatta

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Soll das ein Roboter aus Japan sein? Er sieht aus wie ein buddhistischer Mönch, so wie er da sitzt. Sehr beweglich ist er nicht, aber nett. Ich glaube, er rettet seine Teamkameraden aus schlimmen Situationen. Vielleicht ist er auch ein Heiler im Team."

Was stimmt?

Zenyatta ist tatsächlich ein Roboter, ein sogenannter "Omnic" mit künstlicher Intelligenz, der öfter mal buddhistische Weisheiten zum Besten gibt. Beweglich ist er aber schon, denn er sitzt nicht auf dem Boden, sondern schwebt einen halben Meter darüber. Seine Stärke ist es aber nicht unbedingt, aktiv ins Kampfgeschehen einzugreifen. Dafür kann er Gegner besonders verwundbar machen und, ja, die Wunden seiner Teamkollegen heilen.

Bestes Zenyatta-Zitat:

"Ob ich denke? Kann ein U-Boot schwimmen?"

22 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Bastion

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Das ist eine reine Kampfmaschine, nur Verfügungsmasse auf dem Schlachtfeld. Er ist dazu da, zu zerstören und zerstört zu werden, nichts weiter. Obwohl er mit seinem Friedensvögelchen schon wieder nett anschaut. Aber das überzeugt mich nicht."

Was stimmt?

In Sachen Hintergrundgeschichte stimmt das: Die Bastion-Einheiten waren so etwas wie die Fußsoldaten im vergangenen Mensch-gegen-Maschinen-Krieg. Dieses Exemplar hat aber dank eines traumatischen Erlebnisses und seines gefiederten Freundes, der einst in der stillgelegten Maschine nistete, seine Menschlichkeit entdeckt und ist meistens ein sehr freundlicher Zeitgenosse. Meistens. Und nicht zu jedem.

Bestes Bastion-Zitat:

"Bip Bip Bip Biiiip."

23 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:McCree

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Ein klassischer Cowboy aus Mexiko oder aus Texas, wie aus einem Western. Er würde gut zu der Wüstenfrau passen (Anm.: Ana). Vermutlich ist er sehr beweglich, weil er nur einen kleinen Revolver trägt. Das ist einer der Helden des Spiels. Aber warum steht da 'BAMF' auf seinem Gürtel? Was hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge damit zu tun?"

Was stimmt?

Mit Ana hat McCree nichts zu tun, und ein ganz unzweifelhafter Held ist er auch nicht. Aber das traf ja auch auf die meisten Rollen des offensichtlichen Vorbilds Clint Eastwood zu. Beweglich ist er aber immerhin. Und das "BAMF" auf seinem Gürtel? Das ist vermutlich eine Anspielung auf den Film "Pulp Fiction" und eine Abkürzung dessen, was auf der Geldbörse einer der dortigen Filmfiguren zu lesen war.

Bestes McCree-Zitat:

"Ich habe versucht, vernünftig zu sein. Das liegt mir einfach nicht."

24 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Widowmaker

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Der Name passt, sie sieht aus wie ein Witwenmacher. Eine schwarze Witwe, richtig gefährlich. Eine von den Bösen. Ich glaube, dass sie irgendwo im Hinterhalt wartet und Gegner erschießt, die ihr vor die Flinte laufen."

Was stimmt?

Die klassische Femme Fatale, das sieht auch der Laie auf den ersten Blick. Widowmaker ist Scharfschützin, skrupellos, und obendrein sogar Französin.

Bestes Widowmaker-Zitat:

"Lasst sie Kuchen essen!"

25 / 26

Overwatch-Helden im Experiment:Reaper

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Quelle: Blizzard / PR

Das sieht der Laie:

"Klar, das ist der Bösewicht des Spiels. Er sieht aus wie Darth Vader aus 'Star Wars' oder Voldemort aus 'Harry Potter'. Das ist ein Angreifer, der an der Front mitkämpft. Aber er greift nicht von vorne an, sondern heimlich. Der taucht plötzlich auf, wenn man nicht damit rechnet."

Was stimmt?

Der Mann mit der Totenkopf-Maske und der schwarzen Kutte ist im Nebenberuf nicht gerade Kindergärtner, das ist wohl offensichtlich. Reaper hat tatsächlich ein paar Tricks auf Lager, um sich hinter die feindlichen Linien zu schleichen. Und wenn es ihm gelingt, unbemerkt mitten in das gegnerische Team zu gelangen, ist der Kampf oft schon entschieden.

Bestes Reaper-Zitat:

"Ich bin kein Psychopath. Ich bin ein hochfunktionaler Psychopath."

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Overwatch-Helden im Experiment:Das Ergebnis:

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Quelle: Blizzard/PR

Bis auf ein paar Ausreißer funktioniert das Figurendesign von Overwatch sehr gut - wenn auch nicht immer für jeden Zweck. Manchmal erzählen die verschiedenen Gestalten mehr über ihre - für das eigentliche Spiel ziemlich irrelevante - Hintergrundgeschichte, als über ihre Funktion im Spiel. Selbst ein neuer Spieler oder gar unbedarfter Zuschauer dürfte also relativ schnell zumindest ungefähr die Stärken und Schwächen der jeweiligen Teams abschätzen können. Beim hektischen Spielgeschehen von Overwatch, bei dem sich Wartezeiten von einer oder zwei Sekunden oft wie Ewigkeiten anfühlen, ist das aber auch nötig.

Hinzu kommt eine weitere Schwierigkeit, die Blizzard bei der Entwicklung bedenken musste: Alle derzeit 24 Figuren - Nummer 25 ist in Arbeit - müssen aus großer Entfernung auf den ersten Blick identifizierbar sein. Deshalb hat jeder Held eine besondere Silhouette, die im Spiel rot hervorgehoben wird. Und auch wenn das Design manchmal etwas uneindeutig ist: Merkmale wie der Umhang von Reaper, der Helm von Symmetra oder das Jetpack von Pharah sind auch quer über das ganze Spielfeld unübersehbar.

© SZ.de/vit

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