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Digitale Währungen:Guttenberg soll Bitcoin-System zum Durchbruch verhelfen

Transatlantischer Dialog in Berlin

Berät jetzt ein Bitcoin-Start-up: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg

(Foto: Hannibal Hanschke/dpa)

Neue Aufgabe für Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg: Der 42-Jährige berät jetzt ein Start-up aus dem Silicon Valley, das ein alternatives Online-Überweisungssystem entwickelt. Offenbar hält Guttenberg viel von Cryptowährungen wie Bitcoin.

  • Der frühere Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg berät jetzt Ripple Labs, ein amerikanisches Unternehmen für Online-Geldtransfers.
  • Mit dem System lassen sich Beträge in jeder Währung in wenigen Sekunden transferieren.

Guttenbergs neuer Beraterjob

Karl-Theodor zu Guttenberg berät mit seiner Firma Spitzberg Partners fortan das Start-up Ripple Labs aus San Francisco. Das geht aus einem Blogeintrag hervor, den das Unternehmen vor einigen Tagen veröffentlicht und über den nun das Magazin Wirtschaftswoche berichtet hat. In dem Blogartikel beschreibt sich Guttenberg als "unabhängigen politischen Geist, der frei von den Beschränkungen ist, die mit einem Leben im Regierungsapparat verbunden werden".

Guttenberg äußert sich in dem Blogeintrag auch zu seiner Sicht auf die Finanzwirtschaft: "Das traditionelle Zahlungssystem ist antiquiert, teuer und ineffizient", schreibt er. Was Ripple Labs anbiete, sei das "innovativste und vielversprechendste Konzept auf dem Markt".

Ripple Labs' alternatives Geldsystem

Ripple Labs wurde 2012 in San Francisco gegründet. Das Unternehmen entwickelt und betreibt eine Software unter Open-Source-Lizenz, mit der sich Online-Überweisungen innerhalb weniger Sekunden tätigen lassen. Die Besonderheit dabei: Über das Netzwerk lässt sich jede beliebige Währung der Welt übertragen: Dollar, Euro, Yen, aber auch die Digitalwährung Bitcoin oder die Ripple-Währung XRP. Bei den Überweisungen fallen keine Transaktionsgebühren an. Ripple Labs finanziert sich derzeit über Risikokapital. Unter anderem haben schon Google und die bekannte Risikokapitalfirma Andreesen Horrowitz in Ripple investiert.

Guttenberg und Bitcoin

In dem Blogeintrag äußert sich zu Guttenberg auch mehrfach zur Digitalwährung Bitcoin. Bitcoin sei längst mehr als nur "ein Liebhaberprojekt für Anarchisten". Deshalb werde es auch "in irgendeiner Form" reguliert werden. Schon jetzt könne man in diesem Zusammenhang vor allem in Europa "erste unkoordinierte Schritte" beobachten. Regierungen müssten aber die richtige Balance zwischen Innovation und Verbraucherschutz finden. Obwohl der große mediale Hype um Digitalwährungen wie Bitcoin inzwischen wieder verebbt ist, gibt es im Silicon Valley noch immer viele Unternehmen, die das bisherige Finanz- und Bankensystem für reformbedürftig halten und diese Reform mittels neuer digitaler Währungssysteme anstoßen wollen.

Guttenbergs Vergangenheit in Deutschland

Guttenberg war einst der Hoffnungsträger der CSU und Shootingstar der deutschen Politik. Zunächst war er Bundeswirtschaftsminister und übernahm im Herbst 2009 das Verteidigungsressort. Anfang 2011 trat Guttenberg zurück, nachdem ihm die Universität Bayreuth wegen Plagiaten den Doktortitel aberkannt hatte. Anschließend zog er mit seiner Familie in die USA. Guttenberg berät seit 2011 auch die EU-Kommission in Internetfragen.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/pauk/bön
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